Momentan gibt es ein paar Links bei Fefe, die ich eigentlich alle aufgreifen muss. Zuerst die Geschichte mit dem Iranischen Warez Server, die auch schon bei Fritz beschrieben wurde. Genau das was Fefe sagt, habe ich mir auch gedacht, als ich das gelesen hatte. Dann: „Schlag gegen Raubkopierer: Razzia in 12 Kinderzimmern“. Sie haben einen „Raubkopiererring“ gesprengt. Kinder und Jugendliche. Eine Mutter soll geschimpft haben: „Sie sind ja schlimmer als die Stasi!“. Warum unterstellen wir Polizei und Justiz nicht gleich dem Musikindustrie-Kartell? Passend zu dem aktuellen Gema-Youtube-Prozess hat Fefe dann noch folgendes Video parat:
Musopen, ein Archiv für klassische, (copyrightfreie) Musik (hatte ich vor langer Zeit schon mal verlinkt), haben jetzt eine super Aktion am Start: Sie sammeln Spenden, um klassische Musik, die zwar copyrightfrei ist, aber deren Aufnahmen es nicht sind (Stichwort Leistungsschutzrechte), neu aufzunehmen und der Public Domain zu übergeben. Dafür wollen sie ein "world-class" Orchester engagieren. Finde ich wirklich klasse, also statt eine Beethoven-CD zu kaufen, spendet das Geld lieber und schaut ab und zu bei Musopen vorbei. [Via EFF]
Hervorragender Artikel über eine Diskussionsveranstaltung der österreichischen Grünen. Die müssen wohl langsam aber sicher einsehen, dass die Forderung nach einer Kulturflatrate ein Griff in's Klo war. Als die Piratenpartei das Thema "Urheberrecht im digitalen Zeitalter" in die Politik getragen hatte, konnten sie nicht schell genug auf den Zug aufspringen. Da sie aber keine Ahnung von der Thematik haben – und außerdem nicht wirklich was verbessern wollen, sondern nur die potentiellen Wählerstimmen im Auge haben – haben sie es sich etwas zu einfach gemacht und sind auf die Milchmädchenrechnung mit der Kulturflatrate reingefallen. Mein Lieblingszitat aus dem Artikel: "Die Grünen sollten sich nicht darum kümmern, wie die Industrie Geld einsammeln könne, sondern politisch denken und die Frage stellen, wie kulturelle Arbeit ermöglicht werden könne."
Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) wirft dem Portal iRights.info in einem Interview eine Urheberrechtsverletzung vor. Die hatten ja gerade den bisher geheim gehaltenen Entwurfs für ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger veröffentlicht. Was an dem Entwurf (und dem Vorgehen dazu) zu kritisieren ist, darüber macht ihr euch am besten selber bei iRights ein Bild. Es wird dort sehr sachlich und vernünftig analysiert. Als Zusammenfassung taugt meines Erachtens ein Kommentar des Interessenverbandes freier Journalisten, „Freischreiber“: „Ein Leistungsschutzrecht, wie es derzeit diskutiert wird, ist weder im Interesse der Urheber noch im Interesse der Allgemeinheit“. Klar – es geht mal wieder nur um die Kohle und den Einfluss ein paar sowieso schon viel zu mächtiger Medienmogule. Dass die jetzt ihren Kritikern eine Urheberrechtsverletzung vorwerfen grenzt meines Erachtens nach nicht nur an Frechheit – das ist Frechheit pur. Und zwar nicht gegenüber iRights, sondern gegenüber dem unbedarften Bürger, der immer noch nicht gemerkt hat, wie sehr das Urheberrecht gegen seine ureigensten Interessen instrumentalisiert wird – gegen die Bildungschancen zukünftiger und jetztiger Generationen, gegen die Interessen der geschätzten 99,999% Kreativen, die keine Superstars sind, gegen Meinungsfreiheit und Aufklärung. Daher ist es einfach lächerlich, iRights ausgerechnet eine Urheberrechtsverletzung vorzuwerfen. Denn das zeigt doch gerade, wie das Urheberrecht gegen das berechtigte Interesse der Öffentlichkeit, von solchen Dingen zu erfahren, eingesetzt werden kann (von der Pressefreiheit, die sich dieser Verband auf die Fahnen geschrieben hat, mal ganz zu schweigen). Aber wahrscheinlich ist der unbedarfte Bürger mal wieder zu unbedarft, um das zu verstehen…
Der englische Musiker Steve Lawson schämt sich, dass die "Musicians Union", der er angehört, den "Digital Economy Bill" unterstützt hat. Dieses Gesetz wurde in einer Nacht und Nebel Aktion durch's Parlament gebracht und ist die "britische Version des Three-Strike-Gesetzes". Er hat einen offenen Brief an diese Vereinigung geschickt. Übrigens bietet er seine Musik zum freien Download an. Lohnt sich mal reinzuhören. [via a2f2a]
Das hört sich nicht gut an. Einem Bericht bei Futurezone vom ORF entnehme ich, dass sich am ehesten die Schweiz und Schweden für Transparenz einsetzen. Jedenfalls ist das Thema ACTA noch nicht ad acta zu legen.
Ist die Piratenpartei der richtige Weg? Interessante Gedanken eines seit langem aktiven Piraten, die mich so ähnlich auch schon seit kurz nach der Gründung beschäftigen.
Sowohl Telecompaket als auch ACTA könnten die in Deutschland verfassungsfeindliche Three-Strikes-Regelung sozusagen durch die Hintertür ermöglichen. Wie alles zusammenhängt, steht hier.
REFF ist ein internationaler Wettbewerb, bei dem Künstler Werke uploaden können, die durch Remixing, Mashup etc. entstanden sind und etwas mit Netzneutralität oder Beschränkungen durch Copyrights/Patente zu tun haben. Haupt-Initiator scheint Scambioetico zu sein, eine italienische Initiative für die Entkriminalisierung von p2p und der Verteidigung der Netzneutralität. Scambioetico focussiert sich momentan auf das HADOPI Gesetz und Artikel 138 des Telecom-Pakets. Auf dem Hintergrund dieser beiden Themen haben sie nun die Kampagne Creatives for Net Neutrality – Creatives 4NN gestartet. Via
EFF hat eine Hitliste der schändlichsten Meinungsfreiheits-Beschneidungen durch Copyrights und Markenrechte veröffentlicht. Darunter zum Beispiel Warner Music Group und Diebold Inc. (Hersteller von Wahlcomputern). Schon krass, was da alles so zensiert wird. Eher lustig finde ich da noch das "Photoshop-Disaster", was einem Polo Ralph Lauren Händler beim Bewerben seines neuen Shops passiert ist und bei Boingboing immer noch online ist, da diese sich auf Fair Use berufen haben. Das Blog PhotoshopDisasters hatte die Veröffentlichung zurückgezogen, ist aber trotzdem einen Besuch wert.