Zur Zeit geistern so einige Meldungen zum Thema Saatgut durch das Netz, ausgelöst durch einen Entwurf zur neuen Saatgutverordnung, der am 6.Mai durch die EU-Kommission vorgelegt werden soll. [weiter]
Auf Konzerten darf vielleicht demnächst nicht mehr getanzt werden, damit die GEMA nicht noch mehr Geld verlangen kann. Vielleicht könnte man auch am Eingang fragen, ob der Gast tanzen möchte und dann einen Tanz-Aufschlag berechnen. Sonst müssten ja die Tanzmuffel den Tanz-Aufschlag mitbezahlen…
Google verabschiedet sich anscheinend von RSS – kein Wunder, da ja dank der "sozialen" Netzwerke kaum jemand außerhalb der Nerd-Szene kapiert hat, was das überhaupt eigentlich ist. Guter Kommentar von AX11. Ich ergänze: Totgesagte leben länger!
Es gibt einen Aufruf zivilgesellschaftlicher Organisationen, urheberrechtliche Bestimmungen aus dem geplanten transatlantischen Freihandelsabkommen "TAFTA" herauszuhalten. Wenn es nach mir ginge, sollte das Ding ganz gekippt werden. Das nützt doch sowieso mal wieder nur der transnationalen Groß- und Finanzmafia -Industrie.
Realitätsferner geht es kaum. DJs sollen ab April Musikstücke selber bei der GEMA lizensieren. Die Zeit rechnet aus, dass ein DJ für jeden Abend 39 Euro Lizenzgebühren einplanen muss, wenn er ein mal die Woche auftritt. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass DJs in kleineren Läden, in denen ich mich manchmal rumtreibe, maximal 50 Euro pro Abend bekommen, was man aber weniger als Bezahlung, sondern eher als Aufwandsentschädigung bzw. Spesen betrachten kann. Ich selber habe in den letzten Jahren auch manchmal als DJ Musik aufgelegt. Das habe ich aber höchstens 2 mal im Jahr gemacht. Sowas geht ja nun gar nicht mehr. Und was ist mit den vielen DJs und Clubs, die immer noch Vinyl auflegen? Ach, mir wird das echt langsam zu blöd. Mit Kunst und Kultur hat das alles doch nur noch am Rande zu tun, wenn nur noch die Kinder reicher Eltern DJ spielen dürfen. Armes Deutschland.
Da ja leider der Widerstand gegen die von Lobby-Interessen großer Konzerne geprägte Netzpolitik der Bundesregierung durch die Medienkonzerne zersetzt wurde, indem sie die Piratenpartei in den Himmel gehypt haben und nun deren Politik bestimmen können, indem sie die Personen nach oben schreiben, die ihnen genehm sind, ist nun den Medienkonzernen ein weiterer unglaublicher Lobby-Erfolg gelungen. Armes Deutschland.
Google-Krieg der deutschen Medien: Die Masken sind jetzt gefallen Lesenswerter Artikel von Marcel Weiss bei Carta, der anhand eines Artikels von Jürg Altwegg in der FAZ zeigt, wie wie "schlecht eigentlich kommerziell orientierte Massenmedien für die öffentliche Meinungsbildung und damit als Stützen der Demokratie geeignet sind".
Dr. Gero Jenner über Jean Ziegler – Auszug: "Ich meine daher, dass Ziegler das Problem an falscher Stelle sucht, wenn er nach Banditen, Gesindel und Lumpen fahndet. Natürlich hat er teilweise Recht: Nicht wenige Wirtschaftsakteure lassen sich rundheraus als Verbrecher bezeichnen, die Spekulanten zum Beispiel, welche ihre Wetten allein zu dem Zweck auf Rohstoffe und Nahrungsmittel abschließen, um daraus auf Kosten der Ärmsten Profit zu schinden. Oder die Verwalter von Hedgefonds und deren Kunden, die ihrerseits mit System ihre eigene parasitäre Bereicherung betreiben. Aber das eigentliche Problem liegt gerade darin, dass die überwiegende Mehrzahl der Konzernherren, Finanzmagnaten und Politiker, also die großen Akteure des Neoliberalismus, eben gerade kein Gesindel und keine Banditen sind, sondern höchst ehrenwerte Leute mit einem durchaus guten, ich nehme an, einem manchmal geradezu banausisch guten Gewissen."
Bei der Diskussion um den Musikmarkt der Zukunft wird meiner Ansicht nach mit falschen Karten gespielt. Ich vermute, die großen Labels, Verlage und Vertriebe wissen genau, was Sache ist, aber spielen die Ahnungslosen, da es ihnen Vorteile bringt. [weiter]
„Einkommen hängt von Verträgen ab“ – ausnahmsweise mal wieder ein lesenswerter Artikel in der TAZ, ein Interview mit Martin Kretschmer, Professor für "information jurisprudence". Allerdings fällt mir dabei auf, dass die TAZ nebenbei mal wieder ihre Lieblings-Piraten-Politikerin und ihr neues Buch promotet "…für ihr kürzlich erschienenes Buch einen Vertrag ausgehandelt, der für zehn Jahre gilt." – Naja, ich denke in diesem Fall wird sich der Verlag die Hände reiben, denn in 10 Jahren interessiert sich dafür garantiert kein Schwein mehr…
Die Piraten geben langsam dem Druck nach, wenigstens zu ihren ursprünglichen Kernthemen ein paar konkrete Aussagen treffen zu müssen. Und überschlagen sich darin, Aussagen zu machen, die dann sofort durch die nächste, meist widersprüchliche Aussage als total belangloses Gefasel einzelner Grüppchen oder Personen geoutet werden:
Offener Brief über IOPS (International Organization for a Participatory Society / Homepage). Vielversprechendes Projekt!
"Piraten zum Urheberrecht" "[...] Die PIRATEN werden damit den Erwartungen und Forderungen nach Beendung der urheberrechtsgetriebenen Drangsalierung von Nutzer_innen nicht gerecht. Sie haben den Wissenskommunismus des Netzes, aus dem sie kommen und von dem sie zehren, weit nach hinten geschoben. In dieser Beziehung sind die auch hier verteilten Vorschusslorbeeren wieder einzusammeln. Die Piraten sind dabei, den Kredit, den sie noch haben, zu verspielen — gerade auf ihrem ureigenen Feld. [...]". Besser hätte ich es nicht sagen können..