Momentan gibt es ein paar Links bei Fefe, die ich eigentlich alle aufgreifen muss. Zuerst die Geschichte mit dem Iranischen Warez Server, die auch schon bei Fritz beschrieben wurde. Genau das was Fefe sagt, habe ich mir auch gedacht, als ich das gelesen hatte. Dann: „Schlag gegen Raubkopierer: Razzia in 12 Kinderzimmern“. Sie haben einen „Raubkopiererring“ gesprengt. Kinder und Jugendliche. Eine Mutter soll geschimpft haben: „Sie sind ja schlimmer als die Stasi!“. Warum unterstellen wir Polizei und Justiz nicht gleich dem Musikindustrie-Kartell? Passend zu dem aktuellen Gema-Youtube-Prozess hat Fefe dann noch folgendes Video parat:
Musopen, ein Archiv für klassische, (copyrightfreie) Musik (hatte ich vor langer Zeit schon mal verlinkt), haben jetzt eine super Aktion am Start: Sie sammeln Spenden, um klassische Musik, die zwar copyrightfrei ist, aber deren Aufnahmen es nicht sind (Stichwort Leistungsschutzrechte), neu aufzunehmen und der Public Domain zu übergeben. Dafür wollen sie ein "world-class" Orchester engagieren. Finde ich wirklich klasse, also statt eine Beethoven-CD zu kaufen, spendet das Geld lieber und schaut ab und zu bei Musopen vorbei. [Via EFF]
Von wegen ACAB. Es gibt sehr wohl verantwortungvolle Polizisten. Zum Beispiel die, die jetzt die politisch durch die CDU kontrollierte Polizeiführung scharf kritisiert haben. Zitat aus TAZ Artikel: "[...] So wurden Projekte wie die Videoüberwachung des Kiezes, Online-Durchsuchungen und Kennzeichen-Scanning, die schon im Vorfeld als verfassungsbedenklich galten, trotzdem angeschoben. Zum Teil wurden diese später gerichtlich gestoppt – ernst genommen worden seien diese Rüffel jedoch nicht. Obwohl Lehmann und Born mehrere Rügen durch die Gerichte kassiert haben, hatten sie auch ihre demonstrationsfeindliche Praxis fortgesetzt. [...]". Aber lest selber.
Der Song wurde zur Zeit des Vietnamkrieges von Joni Mitchell geschrieben und herausgebracht. Mit dem Bildmaterial, welches der Ersteller des Videos verwendet hat, passt er außerdem zu den aktuellen Gedenktagen der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki. Und leider ist er ja immer noch aktuell. Amerikas Kriegstrommeln dröhnen lauter als je zuvor (und die Bundesregierung trommelt mit) …
Der englische Musiker Steve Lawson schämt sich, dass die "Musicians Union", der er angehört, den "Digital Economy Bill" unterstützt hat. Dieses Gesetz wurde in einer Nacht und Nebel Aktion durch's Parlament gebracht und ist die "britische Version des Three-Strike-Gesetzes". Er hat einen offenen Brief an diese Vereinigung geschickt. Übrigens bietet er seine Musik zum freien Download an. Lohnt sich mal reinzuhören. [via a2f2a]
Ich habe mal wieder einen Song gemacht. Wie immer ist die Aufnahme noch nicht perfekt und noch nicht richtig gemastert, aber es wird immer besser. Es ist die Vertonung einer mittelalterlichen Ballade von François Villon (1431-1463) in einer deutschen Übersetzung von Paul Zech, welche ich hier gefunden habe. Die Gitarre hat ein Freund eingespielt, ich habe Waldzither, Bass und Flöte gespielt sowie gesungen. Die Flöte spiele ich erst seit kurzem, das kann noch besser werden. Da muss ich wohl noch was üben – oder jemand anderes spielen lassen. Aber sonst ist's doch ganz nett, oder? An einem grauen Regentag (Auch auf Myspace)
Rechtemäßig ist das übrigens mal wieder so 'ne Frage. Der Urheber des Textes ist ja schon lang genug tot, dass das Stück gemeinfrei ist. Beim Übersetzer, der ja auch einen Teil der Rechte an der Übersetzung hat, fehlen allerdings noch 6 Jahre. Daher hoffe ich einfach mal, dass bis dahin keiner was merkt und stelle den Song dann in 6 Jahren unter eine freie Lizenz…
Also zu dem Themenkomplex Feminismus, Binnen-I etc. wurde ja jetzt mal wieder 'ne Menge geschrieben, da eine Frau, die mit einem männlichen Vorstandsmitglied der Piratenpartei, welches durch piratenthemenfremde populistische Äußerungen auffiel, einen mittelmäßigen Song zur letzten Bundestagswahl trällerte, einen nicht minder populistischen (pseudo-)feministischen Aktionismus an den Tag legt. Allein diese Verbindung lässt mich stutzig werden und ich habe wenig Lust, solchen Spaltern weitere Publicity zu verschaffen. [weiter]
Eine These zur Kulturflatrate-Debatte: Die Musikindustrie ist nur scheinbar gegen die Kulturflatrate. Sie versuchen jetzt noch so lange es geht, auf anderem Wege das Geld aus den Leuten herauszupressen. Irgendwann in naher bis mittelfristiger Zukunft wird das vielleicht nicht mehr möglich sein. Dann wird eine Kulturflatrate für sie besser sein als nichts. Das wissen sie. Trotzdem tun sie so, als wären sie gegen die Kulturflatrate und veröffentlichen Positionspapiere dagegen. Erstens können sie so noch so lange wie möglich an Abmahnungen etc. verdienen. Zweitens bekommt die Kulturflatrate so den Anschein, als wäre sie aus dem "Underground" entstanden und ein paar nützliche Idioten aus Parteien, NGOs etc. werden sie sogar noch promoten. Wenn sie offen dafür plädieren würden, würde die Kulturflatrate doch keiner mehr wollen – da wären sie ja schön blöd.
"Die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) mag ja formal im Recht sein, …"Link
Hahaha, "formal im Recht". Worauf dieses "formale Recht" hinausläuft, hat Fritz gerade sehr treffend beschrieben. Wie man an diesem Fall hier sieht, ist es schon jetzt schlimmer als er es darstellt.
Spirituell bedeutet „geistig“. Geistige Werte sind spirituelle Werte. Wissenschaft ist „spirituell“. Beispielsweise: Mathematik. Es gibt den Spruch „Musik ist gefühlte Mathematik“. Wir hören die Fähigkeit des Musikers, sich auf (mathematisch berechenbare) Rhythmen und Töne bzw. Harmonien einzulassen. Musik machen bedeutet, spirituell zu sein. Musik hören bedeutet, Spiritualität hautnah zu erleben. Tanz bedeutet, gemeinsam diese Spiritualität zu erleben. Der Tänzer muss sich wie auch der Musiker auf die Musik, auf Rhythmik und Töne einlassen. [weiter]
Mein Fenster öffnet sich um Mitternacht,
Die Glocken dröhnen von den Türmen nieder,
Die Berge leuchten rings in Flammenpracht,
Und aus den dunklen Gassen hallen Lieder. [weiter]