Die kanadische Plattenfirma Thorny Bleeder Records hat einen Sampler zum freien Download auf den von der Piratenpartei Kanada betriebenen Bit Torrent Tracker zum Download gestellt. Einer der Chefs des Labels, Brian Thompson, laut Torrent Freak ein "Industrie-Veteran", sagt: “Seit diese Gesetze vor Ewigkeiten eingeführt wurden hat sich die Welt dramatisch geändert und es macht keinen Sinn, an diesen alten Gesetzen zu kleben, die nicht länger Kreativität und Vertrieb in der digitalen Realität von heute und morgen unterstützen."
Ein Video der Süddeutschen beschäftigt sich mit der Frage "Wozu brauchen wir die Piratenpartei?". Am Anfang des Videos liegen die Interviewten noch halbwegs richtig. Wir brauchen die Piratenpartei, um den anderen Parteien mal in den Allerwertesten zu treten, wie ich es gerne etwas salopp ausdrücke. [weiter]
So, die Wahl ist vorbei. Man hätte doch tendenziell ein klein wenig mehr erhofft, so auch ich, aber das Ergebnis ist doch ganz brauchbar. Und Beute in Form von Wahlkampfkostenrückerstattung gibt's auch. Die Diskussionen unter Piraten gehen verstärkt darum, wie es jetzt weitergeht. Teilweise wird schon ein wenig gestritten. [weiter]
Wer noch ein paar Denkanstöße zur Wahlentscheidung braucht, Telemedicus hat "Zitate der Legislaturperiode" zusammengestellt. Eins davon:
Brigitte Zypries (SPD): „Schon in meiner Jugend war das Mitschneiden von Musik aus dem Radio üblich, damals auf Tonbändern oder Kassetten. Es gibt also eine gewisse Tradition zu glauben: Man darf das. Ähnlich ist es beim Kopieren von Büchern. Es ist weder der Industrie noch der Politik gänzlich geglückt, die Botschaft zu vermitteln: Man darf das eben nicht.”
Ach ja. Das ist Industrie und Politik also nicht geglückt. Wäre ja auch noch schöner, da man aus "Tradition" sehr wohl Privatkopien anfertigen durfte. Aber es ist Industrie und Politik geglückt, die Botschaft zu vermitteln, dass sie unsere Grundrechte immer weiter demontieren. Was ich gewählt habe, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.
Die Internetüberwachung zur "Piraterie"-Bekämpfung könnte 24 Pfund auf jede Telefonrechnung bedeuten, sagt ein Vertreter der englischen ISPs. Torrentfreak rechnet vor, dass das mehr ist als die Musikindustrie verliert.
Auch Warner haben es nun scheinbar geschnallt, dass DRM nichts bringt. Also wird es wohl wirklich langsam Zeit, dass dieses schwachsinnige DRM-Umgehungs-Gesetz zurückgenommen wird, was noch aus der Zeit stammt, wo die Konzerne DRM mit aller (Lobby-) Macht durchsetzen wollten.
Nebenbei: Warum macht Heise eigentlich Schleichwerbung für den iPod? Können die nicht neutral "Mp3 Player" schreiben?
"Regierungsberater fordern Zerschlagung der Bahn" – Waaaaas? Damit es dann richtig teuer wird wenn wir die Bahn wieder zurückkaufen müssen wenn gar nichts mehr funktioniert? Haben die einen Schaden? Wettbewerb kann doch sowieso nicht funktionieren solange es nur ein Schienennetz gibt. Als ob es besser wäre, wenn man ein großes Monopol in viele kleine Monopole aufsplittet. Wie tief ist der Durchschnitts-IQ schon gesunken, dass die so einen Schwachsinn öffentlich behaupten können? Hierzulande liegt die Verstaatlichung wohl schon lange genug zurück, um sich daran zu erinnern – und über den Tellerrand ins Ausland schauen ist wohl nicht möglich. Neuseeland, London, es gibt genug Beispiele, dass das nicht funktioniert mit privater Bahn.
Was sind Künstler, wenn sie keine Handwerker und Dienstleister wie jeder andere sind? Sie sind wahnsinnig! Das ist es, was die Gesellschaft von Stars erwartet, wohin sie "geniale" Menschen treibt. Vincent van Gogh als das Paradebeispiel des wahnsinnigen und "genialen" Künstlers wurde erst nach seinem Tod berühmt, dann aber richtig. Seine Bilder werden heute für unvorstellbare Summen gehandelt. [weiter]
Gerade findet das "all2gethernow" camp statt (Berichte darüber: 1,2,3), wo über den Musikmarkt der Zukunft disktutiert wird. Ich habe gestern mal in den Live-Stream reingezappt. Marcel Weiss von Netzwertig.com war der einzige, der mir wirklich aus der Seele sprach. Die anderen geladenen Redner schienen mir doch ein wenig vorbelastet. Heute geht es weiter – als Redner für die Piratenpartei tritt jemand auf, den ich persönlich für eine Fehlbesetzung halte. Ich habe außerdem den Eindruck, hier wird nicht diskutiert, um neue Erkenntnisse zu gewinnen, sondern um die seit Jahren andauernden Diskussionen nun einmal auf einem Podium vor Publikum zu führen. Aber das muss wohl auch sein. Ich bin ja der Meinung, man sollte einmal einen Schritt zurücktreten und nicht überstürzt urteilen. Nur weil man das Urheberrecht und die ganze ultrakomplexe Gesetzgebung rund um Pauschalabgaben und Co. nicht versteht, sollte man diese Diskussion nicht vermeintlichen "Experten" überlassen. Um dieses Zurücktreten und Bewerten des Stellenwerts von Musikkultur zu erleichtern, hatte ich für das Piratencamp einen wie ich denke spannenden Vortrag über Musikkultur vorbereitet, den ich nun als Text zusammengafasst habe. Hier ist er: [weiter]
Berichte aus dem Schanzenviertel in Hamburg, wo das zweite Schanzenfest dieses Jahr stattfand erreichten mich diesmal nur recht spärlich. Ich war ja auf dem Piratencamp. Dazu weiter unten ein ausführicher Bericht. Auf der Demo Freiheit statt Angst in Berlin am Samstag, wo ich um ein Haar auch noch gelandet wäre, waren laut Veranstalter 25.000 Teilnehmer. Dort gab es am Rande mindestens einen Fall von Polizeibrutalität. [weiter]
Eine Modefotografin im Rechtsstreit gegen den Burda-Verlag, der Material von ihr ohne Genehmigung verwendet hat, und sich dann weigert, ein erhöhtes Honorar für die fehlende Namensnennung zu zahlen. Da wollen wir doch mal sehen, wie Burda mit "Litigation-PR" umgeht. „Law is from Mars, public relations from Venus.“ Kann das Internet Firmen und Konzerne zwingen, sich fair zu verhalten? Welche Eigenschaften des Internets sind dafür unabdinglich? Welche Eigenschaften der Wirtschaft sind dafür unabdinglich (Stichwort Monopol)? Könnte es sein, dass dieses Regulativ in den klassischen Medien nicht funktioniert hat? Wo gibt es Interessenskonflikte zwischen klassischen Medienkonzernen und einer durch das Internet eingetretenen stärkeren PR-mäßigen Vormachtstellung des Urhebers sowie Diensten der neuen Medien, die aus diesen entstanden sind wie Google oder Twitter oder gar hauptsächlich unkommerziellen Erscheinungen wie der Blogsphäre und Copyleft? Können sie der Rolle des Arbeitgebers und damit Fürsprechers von kreativ arbeitenden Menschen überhaupt noch gerecht werden, wo sie immer mehr auf freie Mitarbeiter setzen und die Urheber im Internet viel direkter mit den Nutzern kommunizieren und somit für sich selbst sprechen können? Fragen über Fragen… Via 11k2
Ich habe mir unter meinem Musiker-Pseudonym "Bernie Hard" aus Spaß mal den Song "You are a Pirate" vorgenommen, bekannt in der Filesharing-Szene durch diese Flashanimation. Hier das Original-Video aus der isländischen Kindersendung Lazytown. Ich wollte meine als Entwurf gedachte Aufnahme eigentlich gar nicht veröffentlichen – aber irgendwie ist sie bei Youtube gelandet. Und ein Musikvideo gibt's auch schon:
Ich freue mich ja sehr darüber, dass unser Piratencamp auf Gulli erwähnt wird. Leider stelle ich bei der Gelegenheit fest, dass uns in der Pressemeldung der Fehler bzw. die Unterlassung passiert ist, dass nicht ausdrücklich drinsteht, dass es KEIN Camp der Piratenpartei ist. Es wird von Personen aus dem Umkreis der Piraten organisiert, aber bewusst NICHT von der Piratenpartei, um die Vernetzung bzw. den Austausch mit Bürger- und Menschenrechtsorganisationen zu erleichtern.
Daher muss ich die Kritik von Gandi zurückweisen, dass "unbedarfte Hobby-Politiker" am Werk sind – denn seine Kritik trifft nicht zu, da es eben keine Parteiveranstaltung ist und die Pressemeldung bewusst "scharf" formuliert wurde. Es sind "bedarfte" Hobbypolitiker am Werk und wenn der Herr Fachjournalist meint, er wäre etwas besseres, hat er sich in meinen Augen für eine objektive Diskussion disqualifiziert. [weiter]