Ich habe lange nichts mehr zur Piratenpartei geschrieben, wie der geneigte Leser vielleicht festgestellt hat. Und das, obwohl ich ja die Piratenpartei Deutschland mitgegründet hatte, das Corporate Design entwickelt, den Landesverband Hamburg maßgeblich mit aufgebaut habe, Spitzenkandidat in der letzten Hamburger Wahl war und ein Jahr politischer Geschäftsführer im Bundesvorstand. [weiter]
Matthias Spielkamp antwortet auf Fragen zur öffentlichen Anhörung Urheberrecht der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft. Sehr lesenswert!
Ganz so unsinnig, wie die Petition in der TAZ und bei Netzpolitik.org dargestellt wurde, scheint sie wohl doch nicht gewesen zu sein. Die entsprechende Richtlinie wurde zwar tatsächlich schon 2005 umgesetzt und der Petitionstext beinhaltet keine juristisch eindeutige Handlungsempfehlung. Aber Kritik an der Richtlinie scheint mir durchaus berechtigt. Dass TAZ und Netzpolitik.org sich nun über die unprofessionelle Ausdrucksweise der Petentin lustig machen und das Anliegen in's Lächerliche ziehen, zeugt meines Erachtens von genau der Geisteshaltung, an der unsere Gesellschaft krankt. Mit formaljuristischem Fachchinesisch werden Gesetze so verkompliziert, dass niemand sie versteht. Irgendwelche sogenannten Experten können dann erzählen, was sie wollen – es blickt eh keiner mehr durch. Eigentlich sollten die Medien nun bemüht sein, dem Leser die Sache verständlich zu machen und Hintergrundinformationen zu liefern, aus denen man sich einen Überblick verschaffen kann und wenn man interessiert ist, auch zu tiefer in die Thematik führenden Informationen findet. Das tun sie aber nicht, weder die TAZ noch Netzpolitik.org und ich habe jetzt leider auch nicht die Zeit, zu diesem Fall ausführlich zu recherchieren – bin aber dankbar für Hinweise.
Petition gegen eine EU-Richtlinie, die von der Pharma-Lobby durchgesetzt wurde. Diese Richtlinie besagt, dass Pflanzen, denen eine Heilwirkung zugeschrieben wird, nur noch als Arznei verkauft werden dürfen und entsprechende Gehnehmigungsverfahren durchlaufen müssen. Das bedeutet, dass sich kleine oder mittelständische Unternehmen dies nicht leisten können und Konzerne bevorzugt werden. Was für ein Irrsinn, dass traditionelle einheimische Kräuter, die hier einfach so wachsen, dann entweder gar nicht oder nur von Pharmakonzernen verkauft werden könnten. Hier oder hier gibt's weitere Informationen, oder mal eine Suchmaschine bemühen. Die Petition läuft bis Donnerstag, hat auch schon genug Unterzeichner, um den rechtlichen Anforderungen zu genügen, aber Masse kann ganz bestimmt nicht schaden.
Und noch eine Campact-Petition gegen den Atom-Irrsinn.
Update: Die Pharma-Petition scheint ein Hoax zu sein. Ich muss zugeben, dass ich da dann wohl auch drauf reingefallen bin. Die Wortwahl des Petitionstextes kam mir zwar etwas, sagen wir, "unprofessionell" vor, aber dass diese Richtlinie so nicht existierte, zumindest nicht unter diesem Namen, hätte ich nun nicht gedacht, nachdem ich recherchiert hatte und auch bei der TAZ etwas dazu fand – inclusive dem genauen Wortlaut der Richtlinie. Fragen, die sich mir jetzt stellen: Ist diese Richtlinie, die ja scheinbar schon 2005 ins deutsche Arzneimittelgesetz integriert wurde, wirklich so harmlos, wie sie nun mancherorts dargestellt wird? Nimmt der Petitionsausschuss des Bundestages jeden Schwachsinn an? Warum haben die sogenannten "Qualitätsmedien" und was sich dafür hält bis exakt zum Tag des Ablaufs der Petition gewartet, um über diesen "Hoax" zu berichten?
Das Gerede von gewalttätigen Demonstranten – alles Lüge! Ich finde es unmöglich, dass sich Regierungsvertreter hinstellen und so etas sagen wie "Gäbe es diese illegalen, gewalttätigen Demonstranten nicht, gäbe es die Kosten nicht." (Joachim Herrmann (CSU), Quelle). [weiter]
Super Artikel über die Musikindustrie, und warum die Urheberrechte Ergebnis einer bösen Verschwörung sind bei Nerd6. Ich freue mich, hier zur Inspiration gedient zu haben.
Petrucci-Musikbibliothek. "Unser Ziel ist die Schaffung einer virtuellen Bibliothek, die alle gemeinfreien Musikstücke enthält, sowie Musik von Komponisten, die ihre Werke der Welt gerne kostenlos zur Verfügung stellen möchten."
Das Gesetz sperrt ein, Männer und Frau‘n
Die der Allmende Gänse klau‘n
Doch dem größ‘ren Schurken es erlaubt,
Dass der Gans er die Allmende raubt.
Sühne das Gesetz befiehlt,
Für den, der andern etwas stiehlt.
Doch es verschont die Herrn und Damen,
die uns allen die Allmende nahmen.
Das arme G‘sind wird eingesperrt,
wenn zum Gesetzesbruch es sich verschwört.
Dies sei so recht; doch duldet man,
die Verschwörung, die solch Gesetz ersann.
Das Gesetz sperrt ein, Männer und Frau‘n,
die der Allmende Gänse klau‘n,
Doch bleibt der Gans die Allmend gestohlen,
bis wir das Land zurück uns holen.