Stairway 2 Heaven still Number 1
Mai 17th, 2006
Über Stairway to Heaven, diverse Ratings, Coverversionen und geschlossene Tabulatur-Plattformen.
Im Stringworks-Blog wurde gerade über die 100 besten Gitarrensoli berichtet (zumindest wenn es nach den Lesern des englischen Guitar World Magazins geht). Erstaunlicherweise ist der 35 Jahre alte Song Stairway to Heaven dort auf Platz 1 zu finden. Nun habe ich via Lahnix diese Seite entdeckt, wo die New Yorker Freeform Radio Station Wfmu Coverversionen des Led Zeppelin-Klassikers zusammenträgt. Super!
Ich hab' noch nicht alle angehört, aber die Zappa- bzw. Mothers of Invention-Version finde ich bisher am besten. Großartig, unbedingt reinschauen bzw. -hören!
Bei den "500 besten Songs aller Zeiten" des Rolling Stone Magazins kommt der Song zwar nur auf Platz 51, aber immerhin. Irgendwie hat dieser Song eine besondere Faszination, vor allem für Gitarristen. Ich muss ja zugeben, das war auch einer der ersten Songs, die ich gelernt habe. Heute ist das dank entsprechender Tabs ja meist etwas einfacher (Allerdings hatte ich damals einen Gitarrenlehrer, der das für mich rausgehört hat).
Wo wir gerade bei Tabs sind: Das war eine der wichtigsten Errungenschaften des Internets für mich, auch wenn es lächerlich klingt im Gegensatz zu tollen Techniken wie Chat, Multi-User-Games, VoIP oder was es sonst noch so gibt. Aber frei austauschbares Wissen im Internet, speziell Songs, die man schon immer mal nachspielen wollte, erübrigt für viele den (Gitarren)-Lehrer, zumindest zu einem großen Teil. Eigentlich ist es ja das beste, selber "Hören" zu lernen, aber manchmal ist es schon sehr hilfreich, nachschauen zu können.
Dies ist – wie kann es anders sein – ein Dorn im Auge der "Musikindustrie". Die größte Tab-Sammlung, Mysongbook.com (habe ich in Verbindung mit Guitar Pro auch schon genutzt) ist gerade geschlossen worden (auch davon bei Stringworks gelesen). Ganz toll. Das Thema ist mir ja nicht neu, ich habe ja schon länger die Initiative "Mitsingen verboten?" verlinkt, die ähnliche Hintergründe hat. Ich finde, hier zeigt sich besonders deutlich die unmenschliche Seite der Idee vom "geistigen Eigentum". Musikfans stellen für andere Musikfans Texte und Noten von bekannten Songs bereit (die sie selbst rausgehört haben – was jeder tun kann, da die Songs nun mal verÖFFENTLICHt sind).
Wenn das illegal sein soll, kann man auch direkt das Mitsingen oder Nachpfeifen verbieten.
bs
Nachtrag: Eine Fortsetzung gibt's hier.
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13 Comments Add your own
1. Michael Herb | Mai 17th, 2006 at 09:57
Eigentlich bin ich der gleichen Meinung wie du. Wenn ich mir im Radio einen Song anhöre und mir den Text notiere, ist das doch in etwa dasselbe. Und so was kann einem Künstler erstens nur recht sein, und zweitens kann es niemals verhindert werden.
Bei den Tabs ist es ähnlich. Das "Problem" ist, dass die Qualität der Tabs stark gestiegen ist. Viele Tabs bei MySongbook haben wirklich eine hohe Übereinstimmung mit dem Original. Das ist nicht für die Künstler ein Problem, aber für die ganzen Rechteverwerter wie Musiknoten-Verlage. Die wollen ja ihre Songbooks verkaufen.
Es ist ein zweischneidiges Schwert, bei dem ich die Anliegen der Industrie und des Gitarristen sehe. Nur: man wird es sowieso nie kontrollieren oder verhindern können. Also müsste sich meiner Meinung nach die Musikindustrie etwas konstruktiver und kooperativer verhalten. Sonst werden sie ihren Anliegen nur ewig hinterher rennen.
2. admin | Mai 17th, 2006 at 10:49
Ich muss sagen, langsam kommt mir das immer mehr vor wie das "good cop bad cop" Spiel. Die "Musikindustrie" ist der "Böse", während der Künstler natürlich der "Gute" ist. Egal wie "böse" die "MI" rüberkommt oder tatsächlich ist – mit dem Artist werden wir immer sympathisieren.
Und der Artist wird "gekauft", indem ihm vom Staat ein Monopolrecht garantiert wird, welches von der "MI" durchgesetzt wird. Denn das Privileg, "geistiges Eigentum" alleine vermarkten zu können (auch wenn man es selber "erfunden" hat), ist ja kein natürliches Recht, sondern eben ein staatlich garantiertes Monopol oder Privileg.
Dieses soll Innovation und Kultur fördern, tut aber meines Erachtens genau das Gegenteil, was im digitalen Zeitalter besonders deutlich wird.
3. admin | Mai 17th, 2006 at 11:58
Nachtrag: Mag sein, dass ich mich mit meiner Meinung bei einigen Künstlern unbeliebt mache. Für mich sind diese Gedanken aber kein ideologischer "Freibrief" zum Filesharen oder so. Im Gegenteil bin ich der Meinung, dass die Filesharing-Debatte die Kluft zwischen Künstlern und Publikum vergrößert anstelle sie zu verkleinern, was ich nicht gut finde.
Da ein Künstler heutzutage natürlich in der jetztigen Rechtssituation aufgewachsen ist und in der Regel darauf gebaut hat, nimmt man ihm tatsächlich was weg, wenn man seine Songs aus Tauschbörsen zieht anstelle sie zu kaufen (Das heisst natürlich wiederum nicht, dass jeder jeden Song gekauft hätte, den er aus der Tauschbörse gezogen hat, aber das ist wieder eine andere Diskussion). Bei Tabs und Songtexten ist das ähnlich, nur hier werden die Ungereimtheiten des Konzepts "geistiges Eigentum" etwas deutlicher, da das ja nicht das primäre Geschäft des Künstlers/Labels ist und da jeder es selber 'raushören könnte.
Lange Rede, kurzer Sinn: letztendlich plädiere ich mal wieder für einen (langsamen)"Abbau" von "geistigem Eigentum" (nicht nur im Bereich Musik). Ich glaube, dass das den "wahren" Künstlern langfristig zugute kommen würde.
4. lahnix | Mai 17th, 2006 at 15:56
Das Gute ist doch, daß mehr und mehr Künstler/Bands ihre Sachen selber vermarkten, mehr und mehr frei im Netz zur Verfügung stellen und somit "die Musikindustrie" oder irgendwelche dazwischen geschalteten Label langsam aber sicher unwichtig werden.
Ich versuche weitestgehend beim Kauf von neuen Alben darauf zu achten, was ich kaufe. Wenn ich z.B. sehe, daß Neil Young sein neues Album vorab im Netz streamt, finde ich das gut und bin gerne bereit auch Geld dafür auszugeben. Bei vielen Bands, die über myspace zu erreichen sind, sehe ich das ebenso.
Götz Widmann z.B. kämpft schon einige Zeit mit der Gema, hat schon vor Jahren Tabs und Mp3s auf seiner Page veröffentlicht und das finde ich gut.
Metallica würde ich mir aber nie mehr kaufen und aus Konsequenz auch nicht mehr anhören.
Das neue Tool-Abum ist die einzige Ausnahme bei unseren neuen Investitionen.
Lange Rede, kurzes Kinn…will sagen, am Ende liegt es einzig und allein am Konsumenten, also an uns, wie sich die Sache weiterentwickelt.
5. admin | Mai 17th, 2006 at 16:18
Eigentlich sollte ich gar nicht mehr weiter kommentieren – Dein letzter Satz wäre super geeignet, um ihn als Abschluss-Aussage im Raum stehen zu lassen, aber eine kurze Bemerkung zu Metallica muss ich noch loswerden.
Da scheiden sich die Geister ja in mehreren Hinsichten. Manche "Kritiker" oder (selbsternannte) Musikexperten finden Metallica ja sowieso nicht gut. Ich persönlich war nie ein grosser Fan von denen, finde aber, sie haben schon was geschaffen und einen nicht zu verkennenden Einfluß auf die Musik ausgeübt.
Aber seit ihrer Anti-Napster Aktion sind sie auch bei mir in Ungnade gefallen. Für ihren Standpunkt haben die eigentlich echt einen Boykott verdient. Allerdings versuche ich seit einiger Zeit, "Hero of the Day" nachzuspielen. Passenderweise habe ich diesen Song über die in diesem Artikel besprochene Tab-Plattform "Mysongbook" gelernt. Und ebenso passend: Gerade eben habe ich ihn noch gespielt und darüber sinniert, ob das jetzt politisch korrekt ist.
6. Michael | Mai 17th, 2006 at 16:27
Dein erster Satz trifft es ziemlich gut. Ich finde die Entwicklung auch toll, auch wenn halt viele Musiker die ganze Vermarktung und Promotion dem Vertrieb überlassen. Aber Neil Young ist da sicher ein löbliches Vorbild.
Ich schätze mal, dass ich zu 80-90% Songs nachspiele, die ich auch zu Hause im Regal stehen habe. In diesem Fall ist für mich das Soll bereits erfüllt, schliesslich habe ich die Musik des Künstler erworben. Wenn sich daraus ein Tab ergibt und ich dieses weitergebe, sehe ich das Problem nicht ganz. Wenn ich dann noch ein Songbook kaufen müsste, würde ich ja doppelt bezahlen. Ich sag nur "mitsingen verboten".
7. admin | Mai 17th, 2006 at 16:44
Ich glaube, jetzt bin ich Dir mit meinem Posting zuvorgekommen und Du beziehst Dich auf Lahnix Posting…
Aber wieder zum Thema: wenn man einen Song nachspielt, tut man das entweder privat, also allein oder für ein paar Freunde, das kann eigentlich nur Werbung für den Musiker sein – oder aber kommerziell und in diesem Fall werden nach der aktuellen Verwertungslogik sowieso wieder Gebühren fällig.
8. Lahnix » Blog Archi&hellip | Mai 17th, 2006 at 21:21
[...] Ich habe keine Ahnung, wie lange es her ist, seitdem wir diesen Song das erste mal hörten. Dieses Lied ist eines, daß ich nie vergessen werde. Mein Söhnchen hat es heute Abend bei del.icio.us für mich getaggt. Passend zur aktuellen Diskussion beim Musikdieb ist mir aufgefallen, daß man zum Nachspielen dieses Songs nichts weiter als zwei geputzte Ohren, eine gute gestimmte Gitarre, ein paar Freunde und ein zündelndes Lagerfeuer braucht. [...]
9. Lahnix » Blog Archi&hellip | Mai 18th, 2006 at 00:21
[...] musikdieb.de » Stairway 2 Heaven still Number 1 Überlegungen zu Tabs, Musik und allem was sonst noch so dazu gehört (tags: musik Lebenseinstellung Musikindustrie free) [...]
10. Boogie | Mai 18th, 2006 at 13:17
Dieses Notenverwertungsrecht hab' ich nie verstanden. Klar, davon hat mal ein kleiner Industriezweig gelebt, aber das war zu den Zeiten als der fliegende Notenhändler auf dem Droschkenhänger auch Medizin gegen Klapperschlangenbisse und Haarausfall mit sich führte.
Das original Stairway to Heaven Solo ist natürlich großes Kino. Vor allem der Sound der Studioversion ist der Hammer. Telecaster at it's very best.
11. slidetone.blog » Ze&hellip | Mai 18th, 2006 at 13:33
[...] Abgeschrieben (18.05.): Zum Thema Stairway to Tabulatur gibt's beim diebischen Nachbarn interessantes nachzulesen. [...]
12. admin | Mai 18th, 2006 at 13:50
Stimmt, und das Gitarrensolo von Jimi Page ist schon ein wegweisendes Ding gewesen. Mittlerweile hab' ich tatsächlich alle 101 Coverversionen durchgehört. Es gibt auch einige Country-Vesionen
. Zum Beispiel die der Dick Twang Band. Die ist ist echt lustig: "Tennessee Stairway To Heaven (On The Bayou)". Etwas anspruchsvoller in dieser Richtung sind die Fargone Beauties. Mit Picking und Slide Gitarre und so. Oder die Nashville Super Pickers. Aber es gibt auch noch andere Country-Stile. So genau kenne ich mich da ja nicht aus. Eher mit Punkrock. Da habe ich mich über die Me First And The Gimme Gimmes-Version gefreut, deren Konzert im Docks ich ja leider verpasst habe… Aber die Jungle Version von Congo Natty finde ich auch geil. Oder die Beat-Version der Beatnix. Oder die Flamenco-Version von Jose Padilla. Frank Zappa und Doors nicht zu vergessen. Und die Klassik-Versionen sind auch nicht zu verachten…
.
Aber es gibt noch mehr interessante Versionen, ich kann jetzt nicht alle aufzählen
13. slidetone.blog » Ma&hellip | Mai 28th, 2006 at 00:41
[...] Aber, Kinder, nicht Zuhause nachmachen. a) es gibt schon genug Coverversionen von "Stairway To Heaven" und b) ist das mit den Tabulaturen eh nicht ganz koscher (mehr dazu beim diebischen Nachbarn). Und überhaupt, meine Lieblingsgooglesuchanfrage der letzten Tage war: "ich will bäcker werden, ist das eine gute idee?" [...]
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