Nochmal Led Zeppelin
Mai 25th, 2006
Jetzt haben die Jungs auch noch vom schwedischen König einen Award bekommen. Alter Schwede, da muss ich ja aufpassen, dass ich der Gala keine Konkrrenz mache. Aber totzdem nochmal kurz was zu den Coverversionen von Stairway to Heaven (Das letzte Mal "Stairway to Heaven", ich versprech's
).
Wahrscheinlich hat noch niemand den religiös/mystisch inspirierten Text wirklich verstanden – der von Robert Plant am Lagerfeuer geschrieben wurde, wie die englische Wikipedia weiss. Manche vermuten ja gar, dass der Song rückwärts gespielt eine satanische Botschaft enthält. Und obwohl der Song ja etwas "überstrapaziert" und besonders von Hobby-Gitarristen wie mir gerne zum Besten gegeben wurde (in dem Film "Waynes World" steht so in einem Gitarrenladen ein Schild mit dem Spruch: "No Stairway to Heaven!") hier nochmal kurz was zu dem Thema:
Die Doors-Cover-Version hat nämlich für Verwirrung gesorgt. Denn "Stairway to Heaven" wurde Anfang 1971 veröffentlicht. 1971 ist aber auch das Jahr, in dem Jim Morrison verstarb, genauer am 3.Juli 1971 in Paris. Da müsste er den Song ja kurz vor seinem Tod performed haben. Die Coverversion soll aus Australien stammen. Sind die Doors Anfang 1771 durch Australien getoured, kurz nachdem der Song rauskam? Habe gerade nochmal in die Morrison-Biografie "Keiner kommt hier lebend raus" geschaut, aber nichts dementsprechendes gefunden. Also nochmal gegoogelt und obwohl ich immer noch nichts ganz Konkretes gefunden habe, beschleicht mich immer mehr die Vermutung, dass es eine gut gemachte Doors-Zeppelin-Coverversion von jemand anderem ist, obwohl der Song original wie von Jim Morrison gesungen klingt. Weiss jemand was genaues?
Übrigens: Hier nochmal eine Liste einiger Coverversionen, die ich für hörenswert halte (damit Ihr nicht wie ich alle 101 Stück durchhören müsst
):
- Australian Doors Show (The Doors / Rock)
- Frank Zappa (Rock, ein wenig Funk)
- Me First And The Gimme Gimmes (Punkrock)
- Congo Natty (Jungle)
- Rodrigo Y Gabriela (Flamenco)
- Beatnix (Mischung aus Beatles und Beach Boys)
- Iron Horse (Country)
- London Symphony Orchestra (Klassik)
- Neil Pepper (Klingt wie Viva Las Vegas von Elvis)
- Ludwig von 88 (Wave, Heavy)
- Nick Barker And The Reptiles (Blues / Rock'n'Roll)
- Rock Lobsters (Rock/Swing mit Surf-Musik-Anklängen / Meine Lieblingsversion!)
- Bellanova (Disco oder House)
Und by the way: Hier gibt's auch ein paar Stairway-Vesionen, aber auch "Teen Spirit Covers", "Beatles Covers", "Terrifying Christian Recordings", "Too Weird To Classify" und viele weitere lustige Mp3s.
bs
Bildhinweis: Die Gitarre habe ich bei Wikimedia Commons gefunden, das Bild steht unter der Creative Commons Attribution ShareAlike 2.5 Lizenz und wurde von André Karwath fotografiert.
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10 Comments Add your own
1. Falk | Mai 25th, 2006 at 14:32
Also hab jetzt auch mal geschaut. Die im ersten Abschnitt angegebene "Doors-Version" verlinkt auch auf "Australian Doors Show", welche wohl eine australische Doors-Cover-Band sind. Vielleicht daher die kursierende "angebliche" Doors-Version?
2. Musikdieb | Mai 25th, 2006 at 14:46
"Australian Doors Show" hätte ja auch eine Show der Doors in Australien sein können. Ich meine, solche Vermutungen hätte ich irgendwo gelesen und muss zugeben, ich dachte zuerst auch, das wäre von den Doors. Jetzt habe ich gerade nochmal gegoogelt und diese Band bei "The Covers Project" gefunden: http://www.coversproject.com/artist/australian%20doors%20show
Aber klingt doch echt wie Jim Morrison, oder? Und dass der gute Mann kurz nach dem Erscheinen von Stairway to Heaven verstarb, ist ja auch mal wieder ein Zufall…
3. Boogie | Mai 25th, 2006 at 16:25
*g* Auch wenn's wichtig wie der umgefallene Sack Reis in China ist: das Bild zeigt eine Epiphone Les Paul. Das Original Stairway to Heaven Solo wurde jedoch mit einer Telecaster eingespielt. Nicht wichtig, aber ich find es schon verblüffend, das Page/Stairway To Heaven immer wieder mit einer Les Paul assoziert wird. Selbst Live spielte er keine LP bei dem Song, sondern eine SG (die bekannte Double Neck SG). Die SG kam ursprünglich zwar auch als Les Paul Model auf den Markt, aber Lester Polfus aka Les Paul befand die Gitarre als "häßlich" und bat Gibson sie umzubenennen.
Mein Favorit ist übrigens Mary Schneider, die Australische Jodelkönigin am Telefon.
4. Musikdieb | Mai 25th, 2006 at 17:30
Du bist ja ein wandelndes Rocklexikon.
Habe leider keine Telecaster bei Wikimedia gefunden, auch keine Double Neck. Dass es eine SG war, wusste ich nicht, aber ich finde die grundsätzlich auch hässlicher als die Les Paul. Hmm.. stimmt, wenn ich mir die Jimi Page Gif-Animation von der WFMU-Seite so anschaue: das sieht aus wie eine SG.
Die gejodelte Version ist wirklich großartig.
5. Boogie | Mai 25th, 2006 at 20:25
Wikicaster gibt's hier:
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Telecaster
Leider hat Page nie eine Pink Paisley gespielt. James Burton aber. Der war aber Gitarrist bei Elvis.
Einen Überblick über das Equipment von Page gibt's z.B. hier:
http://www.zeppinhood.net/lzequip/index.htm
Was allerdings strange ist, ist das die "Psycho-Tele" (ein Geschenk von Yardbirds Mitstreiter Jeff Beck. Led Zep sollten ursprünglich sogar New Yardbirds heißen) fast überall mit Baujahr '58 angegeben wird (selbst auf der offiziellen Led Zep Seite). Fender stellte die Telecaster mit Rosewood Neck allerdings erst Ende '59 vor. Wahrscheinlich ist ein Baujahr zwischen '59 und '61.
Wie gesagt, ist alles Sack Reis, aber mir bringt das Thema Spaß *g*
6. Musikdieb | Mai 25th, 2006 at 21:30
Also der letzte Link passt ja wirklich ausgezeichnet gut zum Thema. Und über Gitarren rede ich auch gern. Kennst Du schon das Guitar Blog?
7. Falk | Mai 25th, 2006 at 23:28
Hey Boogie, nüx mit Sack Reis – hier gibts nen Menschen, der dein Wissen wie ein Schwamm aufsaugt. Wenn ich mal auch so ein Gedächtnis hätte, dabei binsch ja sogar noch ein Stückchen jünger
8. Boogie | Mai 26th, 2006 at 12:26
@ Falk: Danke für die Blumen, das baut auf
Das Guitarz Blog kannte ich noch nicht. Ist aber gleich gebookmarkt, vor allem weil da viel zu aktuellen Entwicklungen auf dem Gitarrenmarkt zu finden ist und da tun sich bei mir auch gewaltige "Bildungslücken" auf. Mich hat immer die Geschichte der E-Gitarre der '50 und '60 Jahre interessiert, weil das auch die Zeiträume sind wo die E-Gitarre in der Popularmusik "entdeckt" und "entwickelt" wurde.Seltsamerweise hat sich seit den '70 Jahren nicht mehr viel auf dem Markt getan. Gut, im Detail ja und auch die "digitale" Revolution hat im letzten Jahrzehnt ihre Spuren hinterlassen.
Und soooo gut ist mein Gedächtnis nun auch wieder nicht. Die Psychotele von Page mußte ich auch erst wieder ergoogeln. Zwar hatte ich in der Led Zep Bio von Richard Cole von der Gitarre gelesen, aber ich konnte mich nicht daran erinnern wie sie aussah. Und das eine oder andere in Sachen E-Gitarrengeschichte schlag ich bei meinem ex Bassisten (und jetzt u.a. Redakteur beim Gitarre & Bass Magazin) Heinz Rebellius nach. Der hat wirklich ein Elefantenhirn in Sachen E-Gitarrengeschichte. Sein Buch, "E-Gitarre – Alles über Konstruktion und Historie" gehört wirklich unter jeden Weihnachstbaum.
9. Musikdieb | Mai 26th, 2006 at 12:44
Ja, ist schon komisch, dass sich da nicht viel getan hat. Ich habe allerdings eine E-Gitarre auch schon immer mit einer Strat, Tele oder Les Paul assoziiert. Was kann man an den Formen noch gross verbessern? Klar, die Flying V zum Beispiel oder diverse Heavy-Gitarren sehen spektakulär aus, manche sehen lustig aus wie die berühmte Zigarrenkiste von Bo Diddley.
Aber die Form der Konzert-Gitarre wird ja auch nicht "verbessert", warum müssen bei der E-Gitarre immer "spektakuläre" Formen her?
Der Markt hat sich allerdings insoweit verändert, dass es jetzt möglich ist, mit Computerfräsen Modelle herzustellen, die super klingen und trotzdem nur einen Bruchteil des Preises kosten, den eine handgemachte Fender oder Gibson aus USA kosten, wie zum Beispiel meine Squier Telecaster
.
Folgende "moderne" Klampfe aus Karbon kostet allerdings was mehr: http://www.jimreed.it/eng/thehandle/index.php
10. Boogie | Mai 26th, 2006 at 13:06
*g* Ausgerechnet die Flying V (und auch die Explorer) wurden von Gibson 1958 vorgestellt. Nicht Heavy Mörtel und finnische Puppenkiste stand da Pate, sondern die aufkommende Weltraumbegeisterung der Amis. Und die Hoffnung Jazz Gitarristen was Innovatives an die Hand zu geben. Die Hoffnung trügte natürlich. Ebenso wie die Hoffnung das ein Automobile Designer das nächste innovative Ding für Gibson werden könnte. Die Firebird (eigentlich eine reversed Jazzmaster/Jaguar) von 1963 floppte auch erstmal, obwohl sie schon viele Merkmale späterer Japaner hatte, so z.B. Neck-through-Body und Sandwich Konstruktion.
Die Japaner waren es dann ja auch, die dem darniederliegenden Gitarrenmarkt Ende der '70 wieder Leben einhauchten. Zuerst wohl, weil die Fertigungsqualität der Amis wie Gibson und Fender zu dem Zeitpunkt unter aller Sau war. Besonders CBS hatte Fender fast in den Ruin getrieben. Erst die Idee in Japan produzieren zu lassen, gab auch den US Firmen wieder den nötigen Kick. Dann kam Korea und inzwischen auch massiv China, zum Teil mit unschlagbarem Preis/Leistungsverhältnis. Mit China kommt natürlich auch eine dunkle Seite der industriellen Massenfertigung. Stichwort z.B.Kinderarbeit… Ganz schweres Thema. Da bin ich auch kein Heiliger. Einige meiner Instrumente kommen aus China.
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