Linkübersicht
Dezember 17th, 2006
Habe mal wieder meine Bookmarks ausgemistet. Hier die Links, die vielleicht den einen oder anderen interessieren könnten; es geht um kostenlose Noten klassischer musikalischer Werke, um Patentwahn und einen Praxisleitfaden für Online-Shops, um eine neue Musikplattform, sowie um amerikanischen Hardcore – einmal als Weihnachtsgeschenk und einmal als Film.
Bei Tonspion habe ich gelesen, dass das Salzburger Mozarteum das gesamte Notenwerk Mozarts online veröffentlicht. Da passt ja auch der Link zu Partituras, die auch jede Menge Noten von bekannten klassischen Komponisten online und kostenlos zur Verfügung stellen.
Zum Thema Webshop: Diesen Link habe ich im Piratenpartei-Forum gefunden. Unglaublich. Wie kann man solche Patente erteilen? Dass Patente oft dazu dienen (bzw. missbraucht werden), Monopole zu sichern und kleinere Firmen vom Markt auszuschließen – also das Gegenteil bewirken, was sie angeblich bewirken sollen – hat sich mittlerweile wohl rumgesprochen. Softwarepatente sind ein besonders kranker Auswuchs. Man fragt sich unweigerlich, ob die Personen, die solche Entscheidungen treffen, entweder komplett von großen Firmen geschmiert sind oder zu blöd oder zu alt und engstirnig, um die digitale Welt zu verstehen. Die Abmahnwellen großer Anbieter gegen kleinere Anbieter haben ja schon begonnen, wegen "teils kaum wahrnehmbarer Verfehlungen".
Bei der hier zitierten Abmahnwelle ging es zwar nicht um Patente, aber ich das war eine schöne Überleitung zum Thema Online-Shops, denn jetzt gibt es beim Bundesverband digitaler Wirtschaft einen Praxisleitfaden zu Rechtsfallen für Online-Shops. "Vor dem Hintergrund neuerlicher Abmahnwellen, die vor allem kleinere und mittlere Online-Shops zum Ziel haben, hat der Arbeitskreis in Zusammenarbeit mit BVDW-Justiziar Gerd M. Fuchs einen Leitfaden zu den wesentlichen Rechtsfallen im E-Commerce erarbeitet." (Via Golem)
Amplify Music ist eine neue Plattform, wo man Mp3s für 0,25 Euro kaufen kann, wobei 0,10 Euro direkt an die Musiker gehen. Selbstverständlich sind die Stücke ohne künstliche Rechte-Beschneidung. Das sind ja schon mal vernünftigere Konditionen als bei den großen kommerziellen Plattformen der "Musikindustrie". Ob sich das gegen auf freiwilliger Zahlung basierende Portale wie Magnatune, Jamendo, Openpot oder Quote Unquote Records durchsetzt bzw. etabliert, wird sich zeigen. Als Möglichkeit, seine Musik im Netz zu vertreiben, wenn man gleichzeitig z.B. auf der eigenen Homepage Stücke zum Download anbietet, scheint mir das ganz brauchbar. Wenn man bei Amplify Music anbietet, darf man nicht bei der Gema sein, das könnte sich also mit freien Lizenzen ergänzen, die ja auch nicht Gema-kompatibel sind.
Von Fat Wreck Chords gibt es schon wieder einen neuen Sampler geschenkt. Wahnsinn, die haben doch gerade vor einem halben Jahr erst einen rausgetan. Tja, ich würde sagen, wer wirklich gut ist, kann es sich leisten, Musik kostenlos zu veröffentlichen. Früher oder später wird sich der Hörer bestimmt ne Platte kaufen oder auf ein Konzert gehen (Nur die Produzenten von abgeflachter kommerzieller Musik haben imho ein Interesse am massiven "Schützen" sämtlicher Inhalte, denn der Kram hängt einem nach 3 Mal Hören schon zum Hals raus).
Zum Inhalt: Gefällt mir alles sehr gut, ein schöner Song von "Bad Astronaut", dem Soloprojekt des Sängers und Songschreibers von Lagwagon ist zum Beispiel drauf, eine Live-Version von "Never Stops"/Lagwagon und ein Coversong des Klassikers "No Way" von Adolecsents, performed by NOFX. Das Original gefällt mir zwar besser (obwohl ich ja bekennender NOFX-Fan bin), aber das Remake ist auch nett. Es ist allerdings auch wohl kaum möglich, die Energie, die in den alten Hardcore-Punkrock-Songs der Adolecents steckt, wiederzuerwecken. Das ist auch eine perfekte Überleitung zum nächsten Thema:
American Hardcore. Eigentlich wundert es mich fast ein wenig, dass z.B. NOFX in diesem Film nicht vertreten sind, deren Sänger und Bassist Fat Mike das eben erwähnte Fat Wreck Label gegründet hatte. Aber so ganz habe ich die räumliche und zeitliche Entstehungsgeschichte des Hardcore in den USA immer noch nicht verstanden. Nach dem Film (der in Hamburg ab 25.1. im 3001 Kino läuft), bin ich vielleicht wieder etwas schlauer, falls ich als alter Kino-Muffel ihn mir denn anschaue. Die ebenfalls eben erwähnten Adolescents sind jedenfalls dabei sowie viele weitere wichtige Bands des Hardcore wie Bad Brains, Black Flag, Cro-Mags, DI, DOA, DRI, Gang Green, Henry Rollins, Minor Threat, 7 Seconds und Suicidal Tendencies, um nur einige zu nennen.
bs
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7 Comments Add your own
1. Tom | Dezember 20th, 2006 at 02:57
Protest!!
das kann man so nicht – oder nicht unkommentiert- stehen lassen: die Lizenzen (respektive CC und GPL) haben so schnell mit keiner Zweitverbreitung ein Problem, sondern die %&*+!!-GEMA schmeisst einseitig und ohne Notwendigkeit Musiker 'raus, die es wagen, Teile ihrer eigenen Musik unter solchen Lizenzen zu veröffentlichen. Das ist IMHO nicht "inkompatibel" sondern inakzeptabel bzw. Pigopolism der fiesesten Sorte.
2. Musikdieb | Dezember 20th, 2006 at 08:37
Ja, stimmt. Ich wollte es etwas vorsichtig formulieren, damit es nicht immer so aussieht als würde ich nur meckern
Aber du hast recht: Eigentlich müsste man zumindest sagen, "die Gema ist nicht kompatibel zu freien Lizenzen" statt andersrum.
Die Situation, dass die deutsche Verwertungsgesellschaft "Gema" beansprucht, ALLE Stücke eines Musikers zu verwalten, sobald dieser bei ihr gemeldet ist, ist absolut inakzeptabel (was heisst eigentlich "Pigopolism"?). Es ist ja nicht in allen Ländern so. Die Beastie Boys oder Gilberto Gil, Brian Eno oder Pearl Jam haben auch schon unter freien Lizenzen Stücke veröffentlicht. In Deutschland können bzw. dürfen Musiker diese Art der Werbung nicht nutzen, wenn sie bei der Gema sind. Aber soweit ich weiss, besteht hier auch noch Klärungsbedarf:
Die Gema nimmt meines Wissens nach Leute auf, die schon mal unter freien Lizenzen veröffentlicht haben. Aber sobald sie Mitglied sind, gilt laut Gema-Bedingungen, dass ALLE Stücke Gema-pflichtig sind. Das ist ein Konflikt! Entweder dürften sie die Künstler nicht aufnehmen oder sie müssten die unter freien Lizenzen stehenden Stücke freistellen! Gibt es da eigentlich schon Gerichtsurteile? Soweit ich weiss nicht…
3. Tom | Dezember 20th, 2006 at 14:18
Diesmal hätte mich das Mathe Plugin fast geschafft – ich habe doch nur zehn Finger!
Pigpolism: engl. Kunstwort aus Monopolism und Pig. Urheber möglicherweise im Dunstkreis von The Register zu finden. Enstpricht sehr ungefähr einer etwas dezenteren Schreibweise von "Schweinekapitalismus".
4. Brautkleider - Tante | Dezember 23rd, 2006 at 00:33
Hi, falls Ihr mal zufällig ein Urteil über die Freistellung von Lizenzen findet, könntet ihr es doch hier posten… Ich suche schon lange, habe aber leider noch nichts gefunden….
5. Musikdieb | Dezember 23rd, 2006 at 09:21
Ich verstehe den Kommentar nicht so ganz. Ist das ernst gemeint? Soll das als Werbung für die Brautkleider-Seite dienen? Ist das hier nicht die falsche Zielgruppe?
6. Marian Steinbach | Januar 12th, 2007 at 12:16
Hallo Bernhard,
danke für die gut kommentierte Linksammlung! Ohne auf irgend etwas besonderes darin Bezug zu nehmen, erlaube ich mir, hier den Hinweis auf ein neues Angebot (von mir) hinzuzufügen:
http://musik.sendung.de/
Ziel ist, legale und kostenlos zur Verfügung gestellte MP3s (z.B. von Bands und Labels veröffentlich) möglichst einfach finden und anhören zu können. Bislang sind über 8000 MP3s von 4600 Künstlern gelistet, alle mit mindestens 1 Minute Spieldauer, stereo, mind. 128 KBit/sec und 44 KHz.
Hier gibt es den Blog mit aktuellen Meldungen über neue Features und neu hinzugekommene Musik:
http://musik.sendung.de/blog/
Einen Account für das Playlist-Inferface haben derzeit nur Freunde von mir. Bei Interesse können wir uns gerne darüber unterhalte. Danke und Gruß aus Köln!
Marian
7. Hochzeitskleider - Michel | November 10th, 2007 at 00:14
Hallo,
in der Tat scheint die Gema Künstler die nur einen Teil ihrer Werke
als GPL veröffentlichen zu wollen sehr schnell auszugrenzen.
Michel
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