Update zur Gema-Geschichte

Februar 24th, 2007

Gestern rief ein netter Herr von der Gema bei mir an und sagte, dass die Beantwortung meiner Fragen noch eine Weile dauert. Warum das wohl so ist, kann man bei Boogie nachlesen. Bin ja mal gespannt, ob die mir wirklich eine Stellungnahme zu den freien Lizenzen zukommen lassen. Da heißt es wohl abwarten.

Ich denke, die entscheidende Frage ist, wie die Gema mit freien Lizenzen verfährt bzw. ob es mit einer freien Lizenz klar ist, dass ein Stück Gema-frei ist. Außerdem stellt sich noch die Frage, wie die Gema-Vermutung im Internet angewandt wird. Bzw.: Muss man als Internetseitenbetreiber der Gema eine Liste mit den Stücken übermitteln, die sich auf dem eigenen Webspace befinden? Es wird von Fachleuten momentan dazu geraten (via), das so zu machen und auch ich hatte der Gema ja so eine Liste übermittelt. Aber das lässt sich auch alles im Original-Artikel nachlesen, sowie in den Kommentaren dazu und in den Artikeln plus Kommentaren, die als Trackbacks reingeflattert sind. Und Boogie hat noch versucht, was über den/die von der Gema angebotenen Lizenzvertrag/-träge rauszufinden.

Grundsätzlich möchte ich bestimmt kein Gema-Bashing betreiben, aber auch nichts schönreden – ich kenne mich da einfach auch zu wenig aus. Ich bin oder war ja auch kein Mitglied, kann deshalb höchstens etwas Allgemeines dazu sagen und versuche, das möglichst objektiv zu sehen:

Die Gema gibt es nunmal und man muss das Beste draus machen. Im "digitalen Zeitalter" und im Zuge der Diskussion um Filesharing, Kulturflatrate u.s.w. werden ja alle möglichen Veränderungen gefordert. Letztendlich muss sich was tun – aber bitteschön möglichst nicht zu Lasten der Konsumenten oder der Musiker. Auch wenn ich freie Lizenzen propagiere, nehme ich es natürlich niemandem übel, wenn er Mitglied bei der Gema ist oder wird. Jeder muss erstmal sehen, wie er klarkommt. Wenn ich eine Chance sähe, damit irgendwann Kohle zu verdienen, würde ich mich wahrscheinlich auch anmelden. Aber freie Lizenzen wirken den "geistigen Eigentums"-Rechten langfristig schon mal entgegen, und in diese Richtung sollte es meiner Meinung nach – langfristig – gehen. Wenn man über weniger "geistige Eigentums"-Rechte nachdenkt und auch die Belange der Komponisten und Musiker sieht, dann sollte man aber meiner Meinung nach die Gema als Institution nicht unbedingt als erstes in Frage stellen, auch wenn sie auf diesen "geistigen Eigentums"-Rechten basiert und wenn man einzelne Dinge wie den Verteilungsschlüssel oder die Anpassung an's digitale Zeitalter und das Internet sicher kritisieren kann. Und sicher ist das Verhalten der Gema gegenüber freien Lizenzen wichtig, hier wäre vor allem die Sache zu kritisieren, dass ich als Mitglied wohl keine einzelnen Werke von der Vertretung durch die Gema ausnehmen kann.

Sie ist aber trotz allem ja direkt für den Musiker bzw. Komponist da und kassiert doch eigentlich nur für die kommerzielle Verwendung von Musik Geld für diesen. Und das würde ich als letztes kritisieren, erstmal geht's z.B. um den Erhalt der Privatkopie oder wie die rechtlichen Rahmenbedingungen im Internet ausgestaltet werden. Da spielt die Gema zwar sicher eine Rolle, aber vor allem ist der Gesetzgeber gefordert. Oder sehe ich das falsch?

bs

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7 Comments Add your own

  • 1. Boogie - slidetone.blog  |  Februar 24th, 2007 at 17:58

    Die selbe Antwort, ich möge mich noch etwas gedulden, bekam ich gestern per Mail.

    Schon eine etwas seltsame Geschichte. Da startet man eine Briefwerbesendung für ein Produkt, das man als Anbieter selbst nicht kennt. Auf dem freien Markt hätte ein solches Geschäftsmodel wohl eher eine geringe Halbwertzeit.

  • 2. Damm Da Da! Damm Da Da Da&hellip  |  Februar 25th, 2007 at 00:51

    [...] Nichts neues zum Thema Ablaßhandel mit der GEMA gibt's beim diebischen Nachbarn. Trotzdem lesenswert: Update zur GEMA-Geschichte. [...]

  • 3. Prosperos Podhomepage &ra&hellip  |  Februar 25th, 2007 at 22:09

    [...] Nur mein Standpunkt vom 25.02.2007 Total durch den Wind… En detail: Nee – das müsst ihr jetzt so ertragen. Es geht um den Musikdieb auf jeden Fall. Ansonsten ist das einer der unkoordiniertesten Podcasts ever. Aber was solls… [...]

  • 4. Musikdieb  |  März 2nd, 2007 at 00:19

    Wenn ich mir das so recht überlege, ist das ja keine Briefwerbesendung, sondern die haben ja schon 'nen anderen Status als ein Unternehmen. Besonders mit ihrem Anspruch auf diese unsägliche "Gema-Vermutung" kommen die ja eher wie eine staatliche Institution rüber. Und dann bei einer relativ ungeklärten Rechtslage solche Briefe zu verschicken… naja. Letztendlich wird es wohl in verschiedenen Punkten noch Grundsatzurteile geben müssen. Aber ich habe ehrlich gesagt keine allzu große Lust, eins auszufechten. Oder sponsorst du mir die Kohle dafür? ;-)

  • 5. Tobi  |  Juli 17th, 2008 at 14:48

    Hallo,

    Gibt es mittlerweile Neuigkeiten in Sachen Gema ?

    Interessiert mich brennend…

  • 6. Musikdieb  |  Juli 17th, 2008 at 15:40

    Nee, ich habe bisher nichts mehr gehört in der Sache…

  • 7. Jazzman  |  Oktober 15th, 2008 at 19:57

    schau mal unter "freunde der Gema" bei Google oder direkt bei Bochum Total und deren Krach mit der Gema nach.
    Du wirst Augen machen!!!!

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