Au ja, ich bin auch Don

März 5th, 2007

Mal wieder etwas langsamer als alle anderen, aber ich bin dabei!

don musikdieb bild

Bei der Gelegenheit ein paar Worte zum Thema Kommerzialisierung:

Genau darüber habe ich gerade mit einem Freund diskutiert. Es ging eigentlich um Musikbands, aber bei Blogs ist es das selbe: Ich sagte, dass viele Bands, die sich als Rebellen mit einer antikommerziellen Haltung geben, sobald sie bekannt werden, dann doch dem Kommerz verfallen. Da wäre es doch besser, von Anfang an zu einer "halb" kommerziellen Haltung zu stehen und diese dann beizubehalten. Mein Freund meinte, dass es ihm wichtig wäre, dass bestimmte antikommerzielle Ideale überhaupt in Texten ausgedrückt werden.

Da kann ich ihm auch wieder zustimmen. Es geht also mal wieder um den Konflikt Ideal und Realität. Ich denke allerdings auch, bei allem Idealismus sollte man sich bewusst sein, dass man die meisten Ideale nie hundertprozentig erreichen kann, es sei denn, der Weg ist das Ziel (Ideal) – und dann hat man sich schon mit der Realität arrangiert, in diesem Fall mit dem Kommerz. In manchen Bereichen ist es nun für's Bekanntwerden sehr zuträglich, wenn eine antikommerzielle Einstellung zur Schau getragen wird. Wie weit diese dann tatsächlich vorhanden ist und wie weit Andere das glauben, bleibt jedem selbst überlassen.

Bezüge zu der aktuellen Geschichte bitte selber herstellen.

Ach ja, der Oliba ist echt. Und die Google-Werbung bringt gerade mal 10 Euronen im Monat.

bs

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9 Comments Add your own

  • 1. Boogie - slidetone.blog  |  März 5th, 2007 at 21:44

    Hmmm, halbkommerziell klingt für mich nach ein bischen schwanger. Vielleicht hab' ich da eine etwas zu einfache Sichtweise, aber für mich ist das so: nehm ich Eintritt oder verkaufe einen Tonträger bin ich kommerziell. Punkt. Ist ja auch nichts wofür sich jemand schämen müßte. Noch nicht mal halbschämen *g*

  • 2. Boogie - slidetone.blog  |  März 5th, 2007 at 21:46

    Ganz vergessen: Das Bild ist ganz großes Kino. Stammt das aus dem Film "Im Namen des Pümpels"?

  • 3. Musikdieb  |  März 5th, 2007 at 22:11

    Naja, wenn ein Musiker aber mal bekannt ist, stellt sich oft die Frage, für was man sich verkauft z.B. für Werbung für politisch fragwürdige Dinge. Oder anders: Als politisch korrekter Mensch nimmt man ja nicht JEDES Angebot an. Vielleicht mit der Einschränkung, dass man erstmal an die Grundsicherung denkt, also seinen Lebensunterhalt sichert.

    Bei Blogs und anderen Medien finde ich es hauptsächlich wichtig, dass Werbung nicht mit dem Inhalt vermischt wird. Wieviel Werbung jemand in sein Blog ballert, ist ihm ja selber überlassen. Je interessanter die Inhalte, umso eher bin ich bereit, mir auch mal ein wenig Werbung anzuschauen.

    Zu dem Bild: Nein, ich bin natürlich Jedi-Ritter und das ist mein Laser-Pümpel ;)

  • 4. Boogie - slidetone.blog  |  März 5th, 2007 at 22:25

    Mir fallen gerade nicht so wahnsinnig viele Beispiele ein, wo ein halbwegs "politisch korrekte" Musiker sich für JEDEN Mist verkauft hat. Ich halte die Diskussion darüber auch für reichlich überschätzt. Zum einen überschätzen Musiker gern ihre politische Wirkung, zum anderen suchen sich Rüstungskonzerne wohl eher selten eine Popband als Werbeträger.

  • 5. Musikdieb  |  März 5th, 2007 at 23:02

    Stimmt grundsätzlich schon. War vielleicht auch nicht ganz das richtige Beispiel. Aber es stellt sich zum Beispiel noch die Frage, ob man bei einem Major-Label ist oder bei einem Indie-Label oder sich (erstmal) selbst vermarktet. Das kann man sicher auch nicht zur alles entscheidenden Frage hochstilisieren. Aber halbwegs "politisch korrekte" Musiker sind halt auch "halbwegs politisch korrekt", und meistens sind die Musiker, die ich gut finde sowieso bei Indie-Labels…

    Oder die Frage, ob man später nach Bekanntheitsschub mal was anderes erzählt als früher. So einen Gesinnungsumschwung sagt man ja soweit ich weiss z.B. Rio Reiser nach. Mich persönlich hat König von Deutschland damals nicht gestört, aber es heute in der Media Markt Werbung zu hören passt ja nicht so ganz zu Rios Vergangenheit mit den Scherben.

  • 6. Joaquin  |  März 6th, 2007 at 02:53

    Rio Reiser ist Tod und man sollte ihn nicht dafür verantwortlich machen oder in Zusammenhang bringen, was heutzutage die Rechteinhaber seiner Songs mit selbigen anstellen.

    Leider kann man selbst bei lebenden Künstler dies so nie in Zusammenhang stellen, da viele Künstler, nicht die Rechtebesitzer, ihrer eigenen Songs sind. Man denke da an Prince, der deshablb seinen Namen zig mal umgeändert hat und mit der Beschriftung Slave, rumlief.

  • 7. Musikdieb  |  März 6th, 2007 at 08:54

    Ich sag ja, mich persönlich hat König von Deutschland nicht gestört bzw. ich nehme es einem Musiker bestimmt nicht übel, wenn er kommerziell erfolgreich ist.

    Das mit den Rechten ist natürlich so ein Ding. Grundsätzlich bin ich ja für weniger Rechte an "geistigem Eigentum". Allerdings ist das natürlich ein zweischneidiges Schwert. Tom Waits zum Beispiel hat gegen die Verwendung seiner Musik in der Werbung geklagt und gewonnen, was ja zu begrüßen ist. Andere sind nicht so konsequent. Als ich Iggy Pops Passenger in der VW-Werbung gehört habe habe ich mich zB etwas gewundert. Wie gesagt verübele ich es grundsätzlich niemandem, der seine Rechte verkauft. Aber über die Ausgestaltung dieser Rechte sollte man mal nachdenken. Wenn ein Künstler mit einem bestimmten Song mal genug Geld verdient hat (sagen wir, er hat die Artbeitszeit, die er reingesteckt hat, gut bezahlt bekommen, plus einen gewissen Erfolgsbonus), und dieser Song ist bekannt geworden, dann "gehört" dieser Song meiner Meinung nach auch ein Stück weit der Allgemeinheit.

    Dass ein Song bis 70 Jahre nach Tod des Künstlers geschützt ist bzw. noch länger, nützt meiner Meinung nach nicht den aktuellen Künstlern, sondern hauptsächlich der Rechte-Industrie. Wobei man hier auch wieder unterscheiden muss zwischen Schutzrechten an der Komposition und Leistungsschutzrechten der Musiker. Bzw. zwischen Komponist und ausübender Künstler. Hach, ist das kompliziert…

  • 8. Musikdieb  |  März 6th, 2007 at 09:36

    Aber um nochmal zur aktuellen Debatte um das Blog-Werbungs-Gedöns zurückzukehren (hier verkauft ja niemand Rechte, die in der Zukunft liegen): Soll doch jeder machen, was er will. Sich künstlich darüber aufzuregen, wenn sich jemand für Werbung hergibt, finde ich bescheuert (aber strategisch natürlich geschickt, wenn es der eigenen Bekanntheit zuträglich ist). Andererseits lese ich selber Blogs wie Spreeblick meistens sowieso nur, wenn ich von "kleineren" Blogs auf einen bestimmten Artikel aufmerksam gemacht werde. Oder anders gesagt: Mich interessiert in der Blogsphäre tatsächlich eher die nicht kommerzielle Seite. Wenn irgendwelche Jungs für Spielekonsolen Werbung machen, habe ich aber nix dagegen, solange das mit Ansage passiert. Aber ob mich das interessiert, ist 'ne andere Frage.

  • 9. Grindblog » Blog Ar&hellip  |  März 7th, 2007 at 10:00

    [...]  Weitere Teilnehmer sind Lahnix, Spitblog, Strudel, Sebas, hier, Pantoffelpunk, Slidetone, Renße, Zufallsfaktor, Jojo, SchnitzelmitPommes, Maingold, smallfire, Musikdieb, Webrocker, Jati, Mark, Indy sowie die Kaltmamsell – hab ich irgendwen vergessen? [...]

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