Immer mehr bekannte Bands geben Musik frei

Oktober 11th, 2007

Sieht fast so aus, als haben dieser und dieser Artikel recht und aufgenommene Musik wird wirklich irgendwann nahezu umsonst sein. Gerade hat Oly mir den Link zu einem Telegraph-Artikel geschickt, in dem steht, dass nun auch Oasis und Jamiroquai Gerüchten zufolge Musik frei veröffentlichen wollen, was ja auch gerade Radiohead gemacht haben. Parallel zu Radiohead hatte ich das selbe von den Charlatans erfahren. Ebenfalls Nine Inch Nails wollen Grüchten zufolge ihr nächstes Album frei veröffentlichen. Zuvor hatte Prince ein Album quasi frei rausgegeben, sich danach aber von einer etwas anderen Seite gezeigt, da er Gerüchten zufolge einen juristischen Feldzug gegen diverse Internetplattformen führen wollte. Dann fällt mir noch Cappucino ein, der ein Album unter CC-Lizenz veröffentlicht hat. Last but not least natürlich noch die Smashing Pumpkins, die schon vor längerem ihrer Plattenfirma den Mittelfinger gezeigt haben. Fallen jemandem noch weitere bekannte Musiker, die Musik frei veröffentlichen? Mal abgesehen von einzelnen Promo-Tracks oder durch CC-Musik bekannt gewordene Künstler wie z.B. Jammin INC? bs

Entry Filed under: Gedanken, Musik

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15 Comments Add your own

  • 1. Falk  |  Oktober 11th, 2007 at 12:10

    Jetzt hätte ich fast geantwortet "Alle Bands, ob es ihnen passt oder nicht…", aber das war nicht deine Frage. Mir fallen The Crimea, The Search (Ex-The Silverslut), Kristin Hersh (50FootWave) und REM (das REMix-Album) ein.

  • 2. Musikdieb  |  Oktober 11th, 2007 at 14:03

    Ja stimmt, 50 Foot Wave sind zwar nicht die Throwing Muses, Kristin Hershs vorherige Band. Aber die kann man wohl dazu zählen.

    Zu: "Alle Bands, ob es ihnen passt oder nicht…"
    Stimmt wohl auch, das behandeln ja auch die ersten zwei verlinkten Artikel. Diesen Trend hatte ich bei bekannten Bands nicht so schnell erwartet, aber grundsätzlich denke ich, das ist nicht aufzuhalten im digitalen Zeitalter. Vinyl-Platten waren nicht durch das Urheberrecht oder unsinniges DRM ein erfolgreiches Format, sondern dadurch, dass sie ein Produkt waren, das seinen Preis wert ist.

    Den Trend zu frei kpoierbarer digitaler Musik würde ich gar nicht beschleunigen wollen, aber auch nicht verhindern. Man muss ihn nur im Sinne der Künstler und der Allgemeinheit ausgestalten. Durch krampfhaftes Festhalten an DRM oder Verklagen von Tauschbörsennutzern auf astronomische Schadensersatzforderungen geschieht das meiner Meinung nach nicht.

    Aber letztendlich sind das alles ja nicht unbedingt schlechteren Marktbedingugen, sondern veränderte, auf die sich Bands halt einstellen müssen.

  • 3. Lifty  |  Oktober 12th, 2007 at 08:56

    Eine super Entwicklung! Das ist mal wirklich bemerkenswert, endlich fangen die Musiker an "mit der Zeit zu gehen".

    Ich hab mich gerade eben mal gefragt, ob ich überhaupt noch Musik kaufen würde, wenn mich so eine Klage wegen illegalem Download betroffen hätte. Und die Antwort darauf wäre wohl ganz sicher: nein! zumindest sehr lange erstmal nicht! Ich würde dieser Verwerterindustrie, die mir so eine enorme Geldstrafe aufbrummt, sicher nicht noch mehr von meinem Geld durch den Kauf teurer CDs in den Rachen werfen wollen.

    Ich würde jedoch sehr wohl Geld ausgeben, wenn ich wüsste, dass es wegen der Selbstvermarktung oder auf anderem Wege direkt und zum größten Teil an die Künstler geht.

  • 4. Markus Lenk  |  Oktober 12th, 2007 at 12:02

    Finde das auch Klasse. Vor allem es ist ja nicht so wie wenn sie dann garnichts mehr verdienen. Wenn ich eine Band richitg gut finde kauf ich mir eh die CD. Und kostenlos hören es mehr Leute und der ein oder andere denkt vielleicht wie ich und kauft sich das Teil.

  • 5. Musikdieb  |  Oktober 12th, 2007 at 12:12

    Einen Kommentar hier hatte ich (vielleicht etwas vorschnell) gelöscht, da dieser sich ein wenig unsachlich über diesen Artikel lustig machte, ohne sich mit dem Thema oder den anderen Kommentaren beschäftigt zu haben. Der sagte in etwa, er hätte gehört Madonna würde ihre nächsten drei Alben umsonst veröffentlichen und die würden ja sowieso alle zuviel verdienen (und war dann noch auf irgendso ein kommerzielles Noname-Abschreibungs-Internet-Projekt verlinkt).

    Jetzt ärgere ich mich fast, dass ich den gelöscht habe, denn daran hätte man schön erklären können, dass Madonna frei veröffentlichen kann bis die Schwarte kracht oder dass sie ruhig die Tauschbörsen dichtmachen können. Wäre nur schade wegen der Internetzensur (ziemlich sogar), aber nicht wegen der Musik. Die großen Konzerne haben trotzdem verloren.

  • 6. Lifty  |  Oktober 12th, 2007 at 13:30

    Klar, die großen Konzerne haben verloren. Ich kenne mich in dem Geschäft zwar nicht aus, aber meiner Vorstellung nach werden diese immer überflüssiger.
    Und deren Reaktionen alles zu verbieten und den Leuten mit einer geringen Kaufkraft, die sich mal ein Lied runterladen vllt. aus dem Grund weil sie es sich nicht immer leisten können gleich die CD zu kaufen, eine Klage an den Hals hängen, zeugt doch einfach davon ,dass die selber ihre Lage genau so schlecht einschätzen.
    Es ist einfach erschreckend zu sehen wie viel Macht vor allem auch politisch man mit Geld hat.

  • 7. Musikdieb  |  Oktober 12th, 2007 at 13:40

    Stimmt. Fritz schreibt im Bootsktorblog auch gerade was ähnliches: http://www.bootsektorblog.de/2007/10/das-nahe-ende-d.html

    Hatte ich noch gar nicht gesehen. Und der erwähnt noch eine Band namens Throwdown (nie was von gehört, aber das muss nichts heissen):

    Die von der Fachpresse als "Zukunft des Metal" gepriesenen Throwdown äussern sich ganz ähnlich. Sänger Dave Peters in einem öffentlichen Brief: "Es fällt mit schwer, das (P2P) als Stehlen zu bezeichnen, schon gar nicht wenn ich von den CD-Verkäufen kein Geld bekomme" [...] Peters weiter: "Wenn du eine Band wirklich unterstützen willst, musst du ihre Musik stehlen und helfen, die Plattenfirma zu beerdigen. Kauf ein T-Shirt auf dem Konzert und sing die Songs mit"

  • 8. Falk  |  Oktober 12th, 2007 at 14:19

    Wobei der von dir gelöschte Kommentar wiederum (wenn ich das grad richtig verstanden habe) genau die Kostenlos-Mentalität widerspiegelt, die mich ebenso anwidert, wie das Gebaren der Musikindustrie. Allerdings fällt es eben leichter, diesen Schmarotzern die kalte Schulter zu zeigen, wenn man sie schlicht ignoriert, statt darauf einzugehen. Und 1,2 Millionen Albumverkäufe bei Radiohead sprechen eine mehr als deutliche Sprache. Das dies natürlich im Verhältnis zum Bekanntheitsgrad zu sehen ist, muß ich hier glaub ich, nicht extra erwähnen. Aber das Jahr 2007 wird vielleicht ja doch in die Geschichte der Musik eingehen, wie ich versucht habe, hier zu prophezeien:

  • 9. Musikdieb  |  Oktober 12th, 2007 at 20:00

    So ungefähr kam der Kommentar rüber. Aber eben nicht ernsthaft sondern mal eben so Spam-ähnlich dahingeschrieben. Da ich keine Lust hatte, darauf irgendwie einzugehen, habe ich ihn halt gelöscht.

    Du hast schon recht. Umsonst-Mentalität ist auch doof. Aber ein paar Leute, die alles saugen und sich freuen, dass sie nichts bezahlen mussten, wird es wohl geben. Die wären sonst aber auch keine tollen Kunden gewesen und könnten so immerhin vielleicht nützlich sein, die Musik zu verbreiten.

    Die kalte Schulter zeigen ist sicher das Beste. Ich glaube, ein gewisses Gefühl der Schuld hat jeder einem Musiker gegenüber, dessen Musik man besonders toll findet. Irgendwie kommt das schon zurück, denke ich.

  • 10. Ralphs Piratenblog&hellip  |  Oktober 12th, 2007 at 20:41

    And now for something completly different …….

    Nein, keine Monty Python Sketche oder so, nur ein paar Links die mir in den letzten paar Tagen aufgefallen sind.

    Katzenkotze (best-of-craigslist)
    Nationstates ein "Onlinespiel", jeden Tag kommen ein paar Fragen, wie man als Herrscher eine…

  • 11. Falk  |  Oktober 12th, 2007 at 22:00

    Irgendwie kommt das schon zurück, denke ich.

    Kann ich bestätigen, es kommt etwas zurück. Allerdings auch nur dann, wenn der Künstler zuerst bereit ist, auch viel zu geben ohne gleich auf die Geldbörse des/der potentiellen Fans zu schielen. Genau darin liegt für mich ja der Knackpunkt, der gesellschaftlich antrainiert wurde – das ständig der Einzelne in den Vordergrund gerückt wird, sich durchzusetzen hat und nur danach gefragt wird, was es einem bringt (nach Möglichkeit in großen Scheinen). Natürlich ist es gerechtfertigt, Geld als Gegenleistung für Kunst/Musik einzufordern. Aber es sollte nicht als Intention dienen, um sich kulturell zu betätigen bzw. zu engagieren.

  • 12. Musikdieb  |  Oktober 13th, 2007 at 06:41

    Naja, wenn's ein Handwerk ist, wie bei Berufsmusikern, kann ja auch das Geldverdienen die Intention sein. Aber wenn Musik ein Spekulationsobjekt wird, dann wird's problematisch.

  • 13. Falk  |  Oktober 13th, 2007 at 18:16

    kann ja auch das Geldverdienen die Intention

    Da fehlt mir die Leidenschaft…aber das ist ja auch nur mein persönlicher Eindruck. Ich bin glücklicherweise eher von Musikern umgeben, die Musik aus Leidenschaft und nicht zum Zweck des Geldverdienens produzieren. Allerdings auch nichts gegen Letzteres haben, sonst wär ich ja obsolet.

  • 14. Musikdieb  |  Oktober 13th, 2007 at 18:24

    Das muss sich ja nicht ausschließen. Ich denke da an Musiker wie z.B. Paco de Lucia, der seit Jahren, was sage ich, seit Jahrzehnten, unangefochtene König des Flamenco. Der sagt von sich, er ist Handwerker und im Urlaub z.B. will er keine Gitarre sehen. Er hat mit 6 Jahren schon Konzerte gegeben und seine Familie hat die Musik wohl als ein Business gesehen. Trotzdem ist Leidenschaft in seiner Musik. Ein Handwerker arbeitet doch immer am besten, wenn er sein Handwerk mit Leidenschaft ausübt.
    Nachtrag: Hab gerade nochmal bei Wikipedia geschaut. Die sagen, der hatte mit 11 seinen ersten Auftritt, aber immerhin schon mit 5 seine erste Gitarre ;-) .

  • 15. Musikdieb  |  Oktober 14th, 2007 at 07:23

    Noch ein Nachtrag: Jetzt habe ich auch Gerüchte über freie Alben von Madonna gelesen. Aber das scheinen mir doch eben nur Gerüchte zu sein, diesem Artikel zufolge ist sie statt bei einer Plattenfirma nun bei einem Konzertveranstalter unter Vertrag, aber wie die Alben vertrieben werden, kann ich dem nicht entnehmen.

    Trotzdem denke ich, der besagte Kommentar war nicht ernst gemeint. Wenn doch, bitte nochmal posten und sorry.

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