Ist hier Weibsvolk anwesend?

September 4th, 2009

Hahaha. Ich lach mich schlapp. Die Gender-Diskussion hat mal wieder die (mittlerweile um ein vielfaches angewachsene) Piratenpartei erreicht. Jetzt zurücklehnen und Popcorn holen. An dem Namen "Piraten" werden sich die Spalter die Zähne ausbeissen. "Piratinnen" – wo gibt's denn sowas?

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  • 1. Piratenpartei-News (pirat&hellip  |  September 4th, 2009 at 07:47

    [...] http://www.musikdieb.de/?p=555 a few seconds ago from api [...]

  • 2. Stefan  |  September 4th, 2009 at 08:16

    Bei Ritinardo gab es zu dem Thema schon vor einiger Zeit einen Eintrag… Und im Forum ging es auch schon vor mehreren Monaten los, dass jemand die Idee eines Unterforums nur für Frauen aufwarf.

    Meines Erachtens alles gewollte Separationsideen, wenn auch getarnt durch _scheinbare_ Gleichberechtigung. Letztlich ist es aber eben wieder Diskriminierung, da ja extra Gruppierungen für Frauen (egal ob grammatikalisch oder foren-technisch) aufgemacht werden. In den USA nannte man das einmal "segregation".

    Ganz gute Kommentare zu dem Thema:
    "Ich finde die ganze Überlegung ist ganz großer Blödsinn, es gibt mehr als genug solcher Verbrechen an der deutschen Sprache! Pirat ist in der Sprache ein geschlechtsneutrales Wort und hat nichts aber auch rein gar nichts mit dem tatsächlichen Geschlecht zu tun!"

    "1. „Pirat“ ist imho die Grundform des Begriffs; aehnlich wie „Katze“ und „Hund“ [wenn man dort von mehreren unterschiedlichen oder unbekannten Geschlechts oder einzelnen unbekannten Geschlechts spricht, benutzt man in der Regel die ‚Grundform‘; diese hat zwar einen Genus, jedoch muss der nicht mit dem Sexus uebereinstimmen – bei Mann und Frau waere das in diesem Fall ganz einfach „Mensch“, oft ist es aber eine einem der geschlechtsspezifischen Begriffe gleichende Bezeichnung].
    [...]
    5. Wenn man unbedingt auf maennliche und weibliche Begriffe fuer alles besteht, so sollte dann doch – zumindest in diesem Fall – eher noch ein maennlicher Begriff eingefuehrt werden. Dann haetten wir „Pirater“ und „Piratin“ – neutral: „Pirat“/“Piraten“. Ist zwar noch umstaendlicher, aber einige moegen’s anscheinend so…"

    Beide Kommentatoren verweisen auf diesen Artikel: http://www.bruehlmeier.info/sprachfeminismus.htm

  • 3. Musikdieb  |  September 4th, 2009 at 09:07

    Ich sehe das ähnlich. "Pirat" ist in meinen Augen geschlechtsneutral. Es gab ja auch Frauen unter den berühmten Piraten: http://de.wikipedia.org/wiki/Anne_Bonny

    Aber der Name "Pirat" bietet so dermaßen viele schöne Anknüpfungspunkte für diese Diskussion, dass das ausnahmsweise mal richtig Spaß macht. Wenn ich schon mit einem Augenzwinkern das Image eines säbelrasselnden bärtigen Gewalttäters annehme, muss ich mich auch damit auseinandersetzen, dass sich im "goldenen Zeitalter" der Piraten Frauen noch als Männer verkleiden mussten, um auf Piratenschiffen geduldet zu werden. Historisch IST die Sprache nun mal von Männern geprägt. "Mensch" kommt von "männisch", "Homme" heißt auch Mann. Trotzdem gelten Menschenrechte heute selbstverständlicherweise auch für Frauen und es wäre totaler Blödsinn, das in Frage zu stellen. Diese historische Prägung mag ungerecht erscheinen oder die von durch hauptsächlich von Männern betriebenen Kriegen geprägte Geschichte verdeutlichen, aber sie lässt sich nicht so einfach mal eben rückgängig machen.

    Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen, bei sämtlichen Äußerungen immer nachzudenken, ob ich jetzt irgendwo ein "innen" vergessen habe. Und wenn ich beispielsweise sage "_man_ muss dieses oder jenes tun…", meine ich selbstverständlich die Allgemeinheit, also auch Frauen und empfinde es als hinderlich gerade für dieses Gemeinschaftsgefühl, wenn dieser Begriff in Frage gestellt wird. Gewalt gegen Frauen, Unterdrückung, etc. – das sind alles natürlich ernstzunehmende Probleme, gegen die etwas getan werden muss. Aber dafür braucht man Gewalttätern und Unterdrückern nicht ein "-innen" anzuhängen.

  • 4. Stefan  |  September 4th, 2009 at 10:33

    Was für mich persönlich am schlimmsten ist: Durch die ständigen Wiederholungen im TV kommt mir der Austausch von "man kann" durch das Wort "Frau" schon normal vor. Ich kann im Moment nicht einmal ausschließen, ob mir vielleicht selbst mal ein Satz mit der falschen Konstruktion durch den Kopf schießt… Das ist wirklich traurig!

  • 5. Musikdieb  |  September 4th, 2009 at 11:14

    Dass einem das kurzfristig durch den Kopf schießt finde ich insofern auch schlimm, da man, gerade wenn man bei politischen/gesellschaftlichen Überlegungen das Wörtchen "man" verwendet, eben die Allgemeinheit meint und auf einen gewissen "Common Sense" vertraut, welcher durch den Gedanken, dass man zwischen Frauen und Männern unterscheiden müsste, gestört wird. Es wird so immer wieder ein Problem manifestiert, was ja eigentlich angeblich bekämpft werden soll.

    Wahrscheinlich war es wohl nötig, dass sich die Gesellschaft darüber mal Gedanken macht. Daher kann ich die grundsätzliche Argumentation der Befürworter (es sind auch Befürworterinnen gemeint) der Sprachgenderisierung (oder wie das heisst) nachvollziehen und auch zustimmen. Aber ich bin der Meinung, diese Unterscheidung in jedem betroffenen Begriff zum Ausdruck zu bringen, ist rein technisch nicht machbar. Die Sprache würde viel zu kompliziert werden. Daher kann es keine Lösung sein sondern nur auf das Problem aufmerksam machen.

  • 6. furanku  |  September 12th, 2009 at 03:51

    Trotz Verweis auf Monty Python: "Weil Du keine Mumu hast!" ist ein schlagendes Argument. Wieviele Piratinnen verglichen mit Piraten gibt es denn?

    5%? 10 %?

    Ich weiß nicht woran es liegt, aber wenn Du etwas dazu sagen willst … bitte: The Stage is Yours!

  • 7. furanku  |  September 12th, 2009 at 04:01

    P.S.: Parteifreunde von Dir wollen mich gerade von der Blog-Kommentarfunktion ausschließen, wenn ich mich nicht per "ECHTER" Email-Adresse identifiziere (Hervorhebung nicht von mir) . :)

    Wow, das verlangt selbst Schäuble nicht von mir!

    Siehe http://www.piratig,de

    Von daher, danke!

  • 8. furanku  |  September 12th, 2009 at 04:06

    Nachtrag;

    http://piratig.de/2009/09/03/offener-brief-an-stefan-raab/

  • 9. furanku  |  September 12th, 2009 at 04:06

    Wieso ist der Link denn weg? 2. Versuch:

    > http://piratig.de/2009/09/03/offener-brief-an-stefan-raab/

  • 10. Musikdieb  |  September 13th, 2009 at 09:27

    Wie wird die "Echtheit" der Adresse dort denn überprüft bzw. was genau ist dein Kritikpunkt?

  • 11. Musikdieb  |  September 13th, 2009 at 09:39

    Ach so:

    Wieviele Piratinnen verglichen mit Piraten gibt es denn?

    5%? 10 %?

    Ich weiß nicht woran es liegt, aber wenn Du etwas dazu sagen willst … bitte: The Stage is Yours!

    Meinst du mich? Woran was liegt? Ich will dazu nicht unbedingt was sagen, ich weiss auch nicht wieviele Piratinnen es gibt. Mittlerweile jedenfalls einige. Unter anderem eine im Vorstand und die ist da ohne Quoten o.ä. hingekommen.

    Aber mir ging es im Artikel ja mehr um den Sprachgebrauch "Pirat/Piratin". Ich vermute, es wird sich in der Pieratenpartei nicht durchsetzen, dass das ähnlich "politisch korrekt" gehandhabt wird wie z.B. bei den Grünen und das fände ich gut, da ich mich noch nie daran gewöhnen konnte, das aber in keinster Weise als Diskriminierung sehe.

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