Intention

mdlogospacer
Die Idee für diese Seite hatte ich, als ich irgendwo das Unwort Musikdieb las und mir schlagartig klar wurde, dass es bei dem Thema um mehr geht als nur um ein paar "verwöhnte p2p-Kiddies", die alles umsonst haben wollen.

Ich machte mir Gedanken und kam zu dem Schluss, dass die zunehmende Kriminalisierung der Filesharer seitens der von Musikkonzernen lobbygesteuerten Staatsmacht keine gute Antwort auf die digital gewordene Musik und das neue Kommunikationsmedium Internet sein kann. Ich registrierte die Domain und bot hier ein T-Shirt mit dem Aufdruck "MUSIKDIEB" an, um auf die Filesharing-Thematik aufmerksam zu machen. Das war im Sommer 2004. Zu diesem Zeitpunkt ging es gerade los, dass das bis dahin recht offen betriebene Filesharing über p2p-Netzwerke immer stärker kriminalisiert wurde. Da ich selber Musiker und Designer bin, interessierte mich die Sache nicht nur von der Seite des Nutzers und ich informierte mich immer mehr zum Thema.

Es gab ja bereits seit längerem die freie Software Bewegung. Creative Commons Lizenzen für freie Bild, Ton und Text Lizensierung waren gerade erfunden worden. Mir wurde klar, dass dies ein wichtiges Thema ist, denn die Umsetzung "geistiger Eigentums-" Rechte im digitalen Zeitalter nach Wünschen der Musikindustrie erfordert nicht nur einen Eingriff in die Privatsphäre eines jeden, sie führt auch zu einer nicht hinnehmbaren Einschränkung der durch die digitale Technologie entstandenen Kultur- und Bildungs-Chancen.

So schrieb ich einige Texte zu dem Thema, verlinkte alle möglichen Seiten, kurz gesagt: Wurde Internet-Aktivist. Die Internetseite wurde immer größer. Dann machte mich jemand auf die Blogging-Software Wordpress aufmerksam und ich setzte Anfang 2006 dieses Blog hier auf. Seitdem blogge ich hier. Kurz danach, im Sommer 2006 wurde ich auf die Initiative zur Gründung der Piratenpartei aufmerksam, die genau aus dieser Thematik entstand. Diese gründete ich dann mit und engagierte mich auch dort. Denn freie Lizenzen waren ja schön und gut, aber ich war der Meinung, es muss darüber hinaus ein breites Bewusstsein für diese Thematik geschaffen werden, da die Gesetzesverschärfungen immer bedenklicher wurden.

Meine aktuelle Position zum Urheberrecht finden sie hier. Im Februar 2006 schrieb ich an dieser Stelle:

Kann man Musik stehlen?

Ich bin selber Grafiker und (Hobby-) Musiker und somit kreativ tätig. Daher bin ich nicht für eine "Abschaffung" von Immaterialgüterrechten (Urheber- und Patentrechte) – es ist natürlich ein ehrenwertes Ziel, Künstler, Urheber und Erfinder für ihre Kreationen entlohnen zu wollen. Aber im digitalen Zeitalter müssen die Grenzen anders gesteckt sein als früher zu den Zeiten, als es nur 3 Fernsehsender und einige Radiostationen gab.

Letztendlich nutzen große Teile des Urheberrechts meines Erachtens momentan weder den Künstlern noch der Öffentlichkeit, sondern den "Rechteinhabern", also in der Regel großen Firmen und Konzernen. Daher finde ich es sinnvoll, einmal zu hinterfragen, ob man Musik wirklich "stehlen" kann. Dabei kommt man schnell darauf, dass Musik nicht wirklich mit reellen Werten vergleichbar ist, sondern der "Besitz" geistiger Werte ein vom Staat dem Künstler zugestandenes Privileg (mit dem Ziel, die Entstehung von solchen Werten zu fördern). Erst wenn dies klar ist, kann man meiner Meinung nach vernünftig darüber urteilen, wie dieses Privileg im Zeitalter der Computer und des Internets, der Remixe und Mashups ausgestaltet sein sollte. Denn der Umgang mit geistigen Werten betrifft nicht nur die Musik und die Kunst, sondern auch die Verbreitung von Wissen und im Falle des Patentrechts bewirkt er sogar zum Beispiel, ob sich ärmere Länder patentrechtlich geschützte Medikamente oder Schulbücher leisten können.

Außerdem braucht die Welt keine grenzenlosen wirtschaftlichen und industriellen Innovationen. Diese Denke hat unseren Planeten schon arg genug gebeutelt. Was wir brauchen, sind Innovationen, die auf ein friedliches Zusammenleben und nachhaltige Nutzung der Ressourcen ausgerichtet sind – und die lassen sich nicht durch die Monopolisierung geistiger Werte erreichen – im Gegenteil.

Ich werde das Blog so aktuell halten, dass es sich bestimmt lohnt, ein mal die Woche vorbeizuschauen, um den einen oder anderen Surftipp oder eine gedankliche Anregung zu finden.

bs

Falls Ihnen meine Informationen geholfen, meine Texte gefallen haben oder Sie meine Musik schätzen, würde ich mich freuen, wenn Sie mich mit einer kleinen Spende unterstützen könnten, da ich ja alle Inhalte frei anbiete.