Aktuell geistert eine Studie durch die Nachrichten, die besagt, dass wenig Leute für Inhalte zahlen wollen. Ist das ein Wunder? Ich habe schon vor dem Internet nicht für Inhalte bezahlt, sondern für Zusatzleistungen. Den reinen Inhalt von Nachrichten, aber auch von Romanen, Liedern etc. konnte man schon immer auch kostenlos bekommen. [weiter]
Zitat: "Ein Audiowasserzeichen erlaubt es nun, Schwarzkopien von Hörbüchern im Internet mit der Suchtechnologie "Mediasearch Framework" aufzuspüren, um die registrierten Kunden dann privatrechtlich zu verklagen." Kann das wahr sein? Gibt es dafür tatsächlich eine rechtliche Grundlage? Wie ich hier bereits vor über 2 Jahren schrieb:
"Aber was ist, wenn jemand illegal auf meinem Computer eindringt und sämtliche dort legalerweise befindlichen Mp3s abräumt und diese dann illegal anbietet? Da das Wasserzeichen selbst bei Aufnahmen über Mikrofon erhalten bleiben soll, könnte ja sogar jemand ein Mikrofon neben meine Boxen stellen und das Stück später in einer Tauschbörse anbieten.
Was ich sagen will: so genial und einfach diese Technologie vom technischen bzw. logischen Ansatzpunkt her sein mag, umso schwieriger ist sie meiner Meinung nach vom rechtlichen Standpunkt her einzusetzen, ohne das Unschuldsprinz umzukehren."
Ein Wasserzeichen kann doch kein Beweis sein – sonst müsste ich mir doch von jedem Freund, dem ich legalerweise eine Privatkopie anfertige, eine Erklärung unterschreiben lassen und dürfte meine Musik niemandem mehr vorspielen, den ich nicht vorher erkennungsdienstlich untersucht habe, ob er ein Aufnahmegerät bei sich trägt.
Ein Artikel bei Ars Technika handelt von einem Computerprogramm der University of California, welches Musik komponieren kann. Dieses scheint schon sehr weit gediehen zu sein. Vor einiger Zeit schrieb ich schon über ein ähnliches Programm namens "Ludwig", welches in einem Zeit-Artikel behandelt wurde. Dazu entspannte sich eine interessante Diskussion im Piratenpartei-Forum. Auch interessant in diesem Zusammenhang ist "The Shape of Song" – eine Online-Applikation, die die Komposition von Musikstücken visualisiert und die mathematische Schönheit von Kompositionen sichtbar macht. "Musik ist empfundene, verzeitlichte, hörbare Mathematik" (Quelle), wie ich in meinem Artikel "Was ist Musik" schon zitierte.
Der Bürgermeister meiner geliebten Wahlheimat Hamburg Ole von Beust meint, die CDU sollte von den Piraten lernen. Okay, dachte ich, als ich die Überschrift las, was wollen die denn lernen? Wie man ehrlich bleibt? Transparente Politik gestaltet? Basisdemokratie macht? Gar von der Thematik der Piraten lernt? Nichts von alledem: … "wie man kommunikativ besser an diese Klientel herankommt"! Muhahahaha. Lieber Ole, hier ein wenig Nachhilfe: Im Web zählen Inhalte, nicht die Form der Kommunikation. Im Web ist der Empfänger auch Sender – klassische Polit-Propaganda funktioniert hier nicht. Alles was ihr machen könnt – und was ihr ja auch leider schon seit geraumer Zeit versucht – ist, das Netz zu zensieren und damit sein ungeheures Potential für Transparenz, Bildung und Aufgeklärtheit zu zerstören. Das ist aber genau das Gegenteil von dem was die Piraten machen. Solange ihr nicht kapiert, dass es nicht die Kommunikation ist, sondern die Inhalte sind, die eure Wahlschlappe von absoluten Minus 12% an Wählerstimmen verursacht haben, werdet ihr weiter auf dem absteigenden Ast sein. Es ist geradezu eine Frechheit, wie offen der gute Mann zugibt, dass es denen beim Wahlkampf nicht um Inhalte geht sondern darum, mit "Kommunikationskonzepten" die Wähler zu täuschen.
Einige Verlage wollen Geld von denjenigen, die auf ihre Inhalte verlinken. So könnte man die Debatte um das Leistungsschutzrecht für Verlage zusammenfassen. Leider wird die Diskussion in so abstrakter bzw. abgehobener Weise geführt, dass dem Durchschnittsmenschen in keinster Weise klar werden kann, worum es hier geht. Urheberrechtsexperte Till Kreutzer hat gerade eine vielbeachtete Analyse auf iRights.info veröffentlicht, die sehr brauchbar ist. Aber auch die ist alles andere als allgemeinverständlich. Kein Wunder, dass das in der Blogsphäre so kommentiert wird. Es ist aber ein extrem wichtiges Thema, da schon viele Politiker auf den Zug der Lobbyforderungen aufgesprungen sind und bei Verabschiedung entsprechender Gesetze eine Einschränkung der Vielfalt im Netz droht, die unser Land unnötigerweise noch viel schneller in die digitale Steinzeit zurückbefördern als es sowieso schon geschieht.
Die kanadische Plattenfirma Thorny Bleeder Records hat einen Sampler zum freien Download auf den von der Piratenpartei Kanada betriebenen Bit Torrent Tracker zum Download gestellt. Einer der Chefs des Labels, Brian Thompson, laut Torrent Freak ein "Industrie-Veteran", sagt: “Seit diese Gesetze vor Ewigkeiten eingeführt wurden hat sich die Welt dramatisch geändert und es macht keinen Sinn, an diesen alten Gesetzen zu kleben, die nicht länger Kreativität und Vertrieb in der digitalen Realität von heute und morgen unterstützen."
Ein Video der Süddeutschen beschäftigt sich mit der Frage "Wozu brauchen wir die Piratenpartei?". Am Anfang des Videos liegen die Interviewten noch halbwegs richtig. Wir brauchen die Piratenpartei, um den anderen Parteien mal in den Allerwertesten zu treten, wie ich es gerne etwas salopp ausdrücke. [weiter]
So, die Wahl ist vorbei. Man hätte doch tendenziell ein klein wenig mehr erhofft, so auch ich, aber das Ergebnis ist doch ganz brauchbar. Und Beute in Form von Wahlkampfkostenrückerstattung gibt's auch. Die Diskussionen unter Piraten gehen verstärkt darum, wie es jetzt weitergeht. Teilweise wird schon ein wenig gestritten. [weiter]
Wer noch ein paar Denkanstöße zur Wahlentscheidung braucht, Telemedicus hat "Zitate der Legislaturperiode" zusammengestellt. Eins davon:
Brigitte Zypries (SPD): „Schon in meiner Jugend war das Mitschneiden von Musik aus dem Radio üblich, damals auf Tonbändern oder Kassetten. Es gibt also eine gewisse Tradition zu glauben: Man darf das. Ähnlich ist es beim Kopieren von Büchern. Es ist weder der Industrie noch der Politik gänzlich geglückt, die Botschaft zu vermitteln: Man darf das eben nicht.”
Ach ja. Das ist Industrie und Politik also nicht geglückt. Wäre ja auch noch schöner, da man aus "Tradition" sehr wohl Privatkopien anfertigen durfte. Aber es ist Industrie und Politik geglückt, die Botschaft zu vermitteln, dass sie unsere Grundrechte immer weiter demontieren. Was ich gewählt habe, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.
Die Internetüberwachung zur "Piraterie"-Bekämpfung könnte 24 Pfund auf jede Telefonrechnung bedeuten, sagt ein Vertreter der englischen ISPs. Torrentfreak rechnet vor, dass das mehr ist als die Musikindustrie verliert.
Auch Warner haben es nun scheinbar geschnallt, dass DRM nichts bringt. Also wird es wohl wirklich langsam Zeit, dass dieses schwachsinnige DRM-Umgehungs-Gesetz zurückgenommen wird, was noch aus der Zeit stammt, wo die Konzerne DRM mit aller (Lobby-) Macht durchsetzen wollten.
Nebenbei: Warum macht Heise eigentlich Schleichwerbung für den iPod? Können die nicht neutral "Mp3 Player" schreiben?
"Regierungsberater fordern Zerschlagung der Bahn" – Waaaaas? Damit es dann richtig teuer wird wenn wir die Bahn wieder zurückkaufen müssen wenn gar nichts mehr funktioniert? Haben die einen Schaden? Wettbewerb kann doch sowieso nicht funktionieren solange es nur ein Schienennetz gibt. Als ob es besser wäre, wenn man ein großes Monopol in viele kleine Monopole aufsplittet. Wie tief ist der Durchschnitts-IQ schon gesunken, dass die so einen Schwachsinn öffentlich behaupten können? Hierzulande liegt die Verstaatlichung wohl schon lange genug zurück, um sich daran zu erinnern – und über den Tellerrand ins Ausland schauen ist wohl nicht möglich. Neuseeland, London, es gibt genug Beispiele, dass das nicht funktioniert mit privater Bahn.
Was sind Künstler, wenn sie keine Handwerker und Dienstleister wie jeder andere sind? Sie sind wahnsinnig! Das ist es, was die Gesellschaft von Stars erwartet, wohin sie "geniale" Menschen treibt. Vincent van Gogh als das Paradebeispiel des wahnsinnigen und "genialen" Künstlers wurde erst nach seinem Tod berühmt, dann aber richtig. Seine Bilder werden heute für unvorstellbare Summen gehandelt. [weiter]