In der TAZ erschien gerade der Artikel "Alles Populäre ist falsch" über den Wandel des Musikmarktes durch Digitalisierung und Internet. Der ist unbedingt lesenswert! Lange nicht so eine gute Einschätzung gelesen! Auch der Kritik an der Piratenpartei muss ich leider zustimmen. Genau diesen Tendenzen innerhalb der Piratenpartei versuchte ich mich immer entgegenzustellen, als ich noch aktiv war. Aber letztlich konnte ich der Mehrheit nicht vermitteln, warum bestimmte Urheberrechtsänderungen nicht der Allgemeinheit, sondern großen (IT-) Konzernen zugute kommen würden – und daher hier eine feinfühligere Politik, mehr im Sinne der Urheber als der Verwerter, nötig wäre.
Man konnte von Spekulationen über Mitschuld an ihrem Tod bzw. ihrer Drogensucht seitens der Musikindustrie lesen. Als erklärter Gegner der Branchengrößen in diesem Bereich hielt ich mich trotzdem zurück, in diese Spekulationen einzustimmen. Denn ich kenne nicht viele Details zu der speziellen Situation von Amy Winhouse. Nach einigem Nachdenken über die Geschichte muss ich dazu aber doch nochmal was schreiben.[weiter]
Was macht einen großen Künstler aus? Ich würde sagen, Können und Leidenschaft. Können ist unabdingbar, denn "Kunst kommt von Können". Aber Leidenschaft ist ebenso unabdingbar, denn reines "technisches" Können reißt keinen vom Hocker. Es braucht Leidenschaft, um nicht nur technisch gut zu sein sondern auch Menschen zu begeistern, die von der Technik keine Ahnung haben. So sprechen beispielsweise viele technisch gute Jazz-Musiker hauptsächlich andere Musiker an, die deren Können bewundern – der Durchschnitts-Hörer hingegen lässt sich eher von technisch weniger komplexer, aber emotional eingängigerer Musik begeistern. Ist nun großes technisches Können mit großer Leidenschaft gepaart, so haben wir eine typische Künstlerpersönlichkeit vor uns. Ich empfehle in diesem Zusammenhang auch die Lektüre meines Artikels "Stars sind entweder wahnsinnig oder verlogen!". Dort versuche ich ein wenig zu analysieren, wie (künstlerische) Genialität und Wahnsinn zusammenhängen. Ich denke, Amy Winehouse war so ein Fall. Sie hat ihren Job von der Pike auf gelernt, sie konnte wirklich was, sie war "genial". Aber sie hat eben auch wahnsinnig leidenschaftlich gelebt, was ihren Songs Authentizität verleiht – sie letztlich jedoch leider ruiniert hat. Tja, "Love is a losing game". Scheisse. Ich muss heulen, wenn ich den Song höre. Rest in peace, Amy!
Ich hatte von Anfang an gemischte Gefühle zu der Google-Werbung, die ich irgendwann in diesem Blog eingebaut hatte. Die reinen Text-Anzeigen, die ich dann hier geschaltet hatte, waren aber für mich gerade noch an der Schmerzgrenze. Und ein paar Euro extra kann ich dringend gebrauchen. [weiter]
Anonymous drohte der GEMA mit einer Videobotschaft. Zu dem Thema, um das es da geht (Verhandlungen/Interessenskonflikte zwischen GEMA, Google und den großen Labels) habe ich gerade etwas geschrieben: Schlagabtausch zwischen GEMA und Majorlabels?. Meiner Meinung nach vertritt hier keiner der Beteiligten die Interessen der Allgemeinheit. Die GEMA hier unter Druck zu setzen dient meiner Ansicht nach Google und/oder den Majorlabels. Ich schließe mich dieser Einschätzung an: "Wäre Anonymous also konsequent, müssten sie schon gegen beide Parteien vorgehen. Oder sich schlicht heraushalten. "
Gestern in den Nachrichten: "Gema-Sprecher verplappert sich". Hat er sich wirklich verplappert? Stimmt das, was er sagt: "Es gebe in Deutschland einfach ein starkes Urheberrecht"? [weiter]
Ich habe mir diese Demo ausgesucht zum demonstrieren:
www.revomai.de. Ansonsten gibt es in Hamburg noch eine DGB-Demo und den Euro-Mayday. Die Gewerkschafts-Demo ist für die meisten indiskutabel, da die Gewerkschaften keine berechtigte Vertretung der Arbeitnehmer mehr darstellen – und schon gar nicht eine der arbeitenden und besitzlosen Bevölkerung insgesamt. Sie vertreten bestenfalls noch ihre jeweiligen Mitglieder. Auf der Euro-Mayday-Demo war ich in den letzten Jahren ja auch schon öfter, wie hier im Blog dokumentiert. Laut Gerüchten gibt es wohl Querelen zwischen den Organisatoren des Mayday und der revolutionären 1.Mai Demo. Naja, muss wohl so sein… Ich kenne die Konflikte nicht genau und habe daher auch keine feste Meinung darüber. Jedenfalls denke ich, man kann ruhig mal wieder etwas Werbung für die Revolution machen (mit Revolution meine ich natürlich nicht die 1.Mai-Krawalle). Ich unterstütze daher diesmal die revolutionäre Demo.
Am Abend vorher gibt es auch ein Konzert zur Demo. Mit YOK, SKOP,Kapelle Vorwärts, Smoky Texas und Bernie Hard. Letzteres ist ja bekanntermaßen mein Pseudonym als Musiker. Ich werde dort passend zum Motto "Musik für den Aufstand – ein Abend des politischen Liedes" traditionelle Arbeiter- und Widerstandslieder sowie ein paar thematisch passende Eigenkompositionen zum Besten geben. 30.4. 21:00 Uhr, Einlass ab 20:30 Uhr, DWP (Ex HWP), Von Melle Park 9,
Hamburg
Sogenanntes "geistiges Eigentum" am Beispiel der Musik bewirkt, dass die Musikkultur privatisiert wird. Der Urheber mag berechtigte Interessen haben, die ihm auch – soweit man das allgemeingültig sagen kann – gerechterweise zustehen. [weiter]
"Ricke: Ja, um Gottes Willen, wie zynisch ist denn das?
Pflugbeil: Ja, es ist vieles im Umfeld dieser Kernenergienutzung zynisch. Das ist besonders zynisch, da stimme ich Ihnen zu."
Ja das ist zynisch. Aber es ist der Zynismus des Kapitalismus, nicht der der Atomenergie. Die Atomenergie ist im Sinne des Kapitalismus einfach nur konsequent.
Das Open Goldberg Variations Projekt will zusammen mit MuseScore, einer freie Musik-Notations-Software und Kimiko Ishizaka, einer preisgekrönten Pianistin, professionelle Studio-Aufnahmen von Bachs Goldberg Variationen für die Public Domain aufnehmen und sammelt dafür Geld. Scheint mir 'ne gute Sache.
Ich lese gerade auf Tagesschau.de: "Unter dem Begriff GAU – größter anzunehmender Unfall – versteht man den schwersten Störfall in einem Atomkraftwerk, für den die Sicherheitssysteme ausgelegt sind". Eigentlich ist es doch schon total anmaßend, solch eine Grenze überhaupt festzusetzen. Diese dann "GAU", also "größter anzunehmender Unfall" zu nennen, finde ich noch anmaßender. Das suggeriert, dass irgendwie allgemeingültig festgelegt wäre, welcher Unfall als größter anzunehmender gilt. Ich vermute, darauf wird sich kein unabhängiger Wissenschaftler festlegen wollen. Nein. Es ist, wie es bei Tagesschau.de steht, der schwerste Störfall in einem Atomkraftwerk, für den die Sicherheitssysteme ausgelegt sind. Diese Grenze wird bestenfalls von der Politik gesetzt und schlimmstenfalls von den Betreibern. Es müsste heissen "größter einkalkulierter Unfall".
Der "Super-GAU" ist nun der eigentliche Witz. Also ein "Super größter anzunehmender Unfall" oder wie? Was ist das bitteschön für ein Schwachsinn? "Größter" kann man nicht steigern. Der Unfall ist größer als Politiker und Betreiber es einkalkuliert haben. Also müsste es heißen "größer als einkalkulierter Unfall".